Feuerwehr rückt mit 80 Mann zu Fehlalarm aus - Warum eigentlich?

dzHaltestelle Stadthaus

Viel Aufregung um eine qualmende Bahn, vor Ort wird aber kein Grund für den Großeinsatz gefunden. Ein Feuerwehr-Sprecher erklärt, warum das so sein muss und nennt den größten denkbaren Fall.

Dortmund

, 27.06.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Redewendung „viel Rauch um nichts“ passt in diesem Fall nicht wortwörtlich, beschreibt aber doch irgendwie gut, was am Mittwoch an der Bahn-Haltestelle Stadthaus los war. Rund 80 Rettungskräfte waren wegen einer defekten U-Bahn im Großeinsatz. „Wir konnten nach ausgiebiger Kontrolle nichts feststellen“, hieß es schließlich.

Einige Dortmunder fragen sich, warum so ein Großaufgebot alarmiert wurde, wenn doch eigentlich nichts los war. Die Fahrerin der Bahn hatte am frühen Nachmittag Rauch an ihrem Zug gemeldet. Also wurde bei der Feuerwehr sogenannter Objektalarm ausgelöst - für das „Objekt“ Haltestelle.

Jetzt lesen

„Der Disponent hat in so einem Fall gar keine andere Möglichkeit“, erklärt Feuerwehr-Sprecher Oliver Körner. Im Computersystem sind zu jedem Einsatzort Alarmpläne hinterlegt - gibt man eine Adresse ein, erscheinen automatisch Hinweise zu möglichen Gefahren vor Ort. Und entsprechend viele Rettungskräfte werden zum Einsatz geschickt.

Am Stadthaus lautete dieser Hinweis, dass sich sehr viele Menschen in und rund um die Haltestelle aufhalten könnten. Dass zum Beispiel bei Einsätzen an der Thier-Galerie in der Regel deutlich weniger Feuerwehrwagen zu sehen sind, ist auch zu erklären.

Mehr Personal wenn Gefahrstoffe im Spiel sind

Löst eine automatische Brandmeldeanlage, wie häufig an dem Einkaufszentrum, den Alarm aus, machen sich zunächst weniger Mitarbeiter ein Bild von der Lage. „Am Stadthaus hatten wir aber schon eine bestätigte Meldung“, so Körner - eben durch die Bahnfahrerin.

Vor allem an Krankenhäusern und Altenheimen sind Feuerwehr und Rettungsdienst bei Brandeinsätzen mit sehr vielen Kräften schnell vor Ort. „Gefahrstoffe können im Krankenhaus zum Beispiel von Röntgengeräten ausgehen“, sagt der Feuerwehr-Sprecher. Ende Januar war ein Großaufgebot auch am Uni-Campus im Einsatz, weil dort Gefahrgut ausgelaufen war.

Jetzt lesen

Hätte die qualmende Bahn nicht am Bahnsteig gestanden, sondern wäre sie im Tunnel zum Stillstand gekommen, hätte sich die Feuerwehr übrigens von zwei Seiten dem Einsatzort genähert - etwa vom Stadthaus und vom Stadtgarten aus. „Das hat etwas mit dem Wetter im Tunnel zu tun“, sagt Körner: „Also mit der Luftführung.“ Schließlich kann es sein, dass der am nächsten gelegene Tunnel-Zugang nicht erreichbar ist, weil der Weg dahin stark verqualmt ist.

Auf die Frage, was der größte denkbare Feuerwehr-Alarm in Dortmund wäre, überlegt Körner kurz. „Ein Flugzeugabsturz am Flughafen“, sagt er dann. Ein Brand im Tunnel der viel befahrenen B 236 würde aber sicherlich auch sehr viel Personal binden.

Schlagworte:
Lesen Sie jetzt