Nach Böllern und Raketen: Feinstaubwerte in Dortmund deutlich über den Grenzwerten

dzSilvester-Feuerwerk

Das Umweltbundesamt verzeichnete zum Jahreswechsel eine drastische Erhöhung der Feinstaubwerte. Dass die hohe Schadstoffkonzentration weiter anhält, hängt auch mit dem Wetter zusammen.

Dortmund

, 02.01.2020, 14:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Abbrennen von Feuerwerkskörpern ist für viele Menschen ein fester Bestandteil der Silvester-Feierlichkeiten. In zahlreichen Großstädten sorgen die Raketen und Böller allerdings für einen massiven Anstieg der Feinstaubwerte. So auch in Dortmund.

Zwei Messstellen besonders auffällig

50 Mikrogramm pro Kubikmeter Luft beträgt der maximale Tagesmittelwert für Feinstaub. Dieser darf im Jahr nur 35 Mal überschritten werden. Auch zwei Tage nach Silvester wiesen die zwei Messstationen in der Dortmunder Innenstadt eine stark erhöhte Feinstaubbelastung auf.

Während die Messstation in der Steinstraße einen Tagesmittelwert von 117 Mikrogramm pro Kubikmeter offenbarte, übersteigt der Wert in der Brackeler Straße mit 256 Mikrogramm pro Kubikmeter den zulässigen Richtwert sogar um mehr als das Fünffache.

BUND fordert klare Positionierung der Politik

Zwar handele es sich um ein singuläres Ereignis, allerdings seien es letztendlich unnötige Emissionen, so Thomas Quittek vom Bund für Umwelt und Naturschutz in Dortmund: „Wir möchten den Menschen natürlich nicht den Spaß nehmen, aber es wird Zeit, dass die zuständigen Stellen sich endlich klar positionieren und etwas gegen diese Form der Umweltverschmutzung unternehmen.“

Er begrüße unter anderem die Maßnahme einiger Supermärkte, auf den Verkauf von Feuerwerkskörpern zu verzichten. Und auch die Einrichtung von Feuerwerk-Verbotszonen halte er für einen richtigen Schritt, wenngleich er betonen müsse, „dass diese Verbotszonen nicht als Umweltschutzmaßnahme verstanden werden können.“

Nach Böllern und Raketen: Feinstaubwerte in Dortmund deutlich über den Grenzwerten

Die an den zwei Messstationen in der Dortmunder Innenstadt ermittelten Feinstaubwerte überschreiten die zulässige Grenze in drastischer Art und Weise. © Screenshot Umweltbundesamt

„Feuerwerk in vielerlei Hinsicht fragwürdig“

Vielmehr seien diese Vorkehrungen aus Brandschutzgründen getroffen worden. „Dabei ist das Abbrennen von Feuerwerkskörpern nicht nur aus brandschutztechnischer Sicht fragwürdig. Auch für Tiere sind die unzähligen Knaller eine enorme Belastung“, unterstreicht der 63-Jährige. Außerdem dürfe man den grundsätzlichen Sicherheitsaspekt nicht außer Acht lassen.

Wetterverhältnisse sorgen für anhaltende Belastung

Laut Quittek hätten auch die vorherrschenden Wetterverhältnisse zu der anhaltenden Feinstaubbelastung beigetragen. „Der fehlende Wind sorgt dafür, dass sich die einzelnen Partikel nicht verteilen und somit auch zwei Tage nach Silvester noch eine deutliche Erhöhung der Feinstaubkonzentration zu verzeichnen ist.“

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Unterdessen wolle er die Problematik nicht ohne Weiteres bei den Kommunen abladen, sondern plädiere dafür, dass sich jeder Einzelne Gedanken darüber mache, ob ein Feuerwerk wirklich notwendig sei. „Dennoch wird es Zeit, dass die Stadt zusätzlich etwas unternimmt“, so Quittek.

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