Falschmeldung sorgt für Ausnahmezustand bei Dortmunder Arbeitsagentur

dzSoziale Netzwerke

Falschmeldungen in sozialen Netzwerken haben bei der Arbeitsagentur Dortmund zu einer Ausnahmesituation geführt. Es geht um die Frage, wie viele Menschen mit Kindern mehr Geld bekommen.

Dortmund

, 10.02.2020, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hinter den Mitarbeitern der Familienkasse der Bundesagentur für Arbeit liegen außergewöhnliche Wochen. Weil sich Anfang des Jahres über die Sozialen Netzwerke Whatsapp und Facebook innerhalb kurzer Zeit falsche Informationen zu den Änderungen beim Kinderzuschlag deutschlandweit verbreitet hatten, explodierte die Zahl der Anfragen.

Laut Sprecherin Anja Greiter haben sie sich bei der Arbeitsagentur Dortmund im Januar an einzelnen Tagen „verdoppelt und verdreifacht.“ Es habe zeitweise bis zu 300 Anfragen pro Tag gegeben. Normal seien 80 bis 100.

Falschmeldung: Alle haben einen Anspruch auf Kinderzuschlag

Es kursierten Nachrichten, dass jede Familie mit Kindern Anspruch auf die zusätzliche Zahlung zu Einkommen und Transferleistungen habe. Richtig ist, dass zum 1. Januar die Einkommensgrenze angepasst wurde, ab der Menschen finanzielle Hilfe bekommen beantragen können. Nach wie vor müssen aber bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein.

Wer die Falschmeldungen in Umlauf gebracht hat, ist der Arbeitsagentur nicht bekannt. „Wir fragen uns, wer etwas davon hat. Wir sind eine öffentliche Einrichtung, die dafür da ist, Familien finanziell zu helfen“, sagt Anja Greiter. „Die Falschmeldung ist sehr unglücklich für alle, die sich falsche Hoffnungen gemacht haben.“

Menschen bieten an, Anträge gegen Geld auszufüllen

Dabei hat die Arbeitsagentur eine weitere Beobachtung gemacht. Laut Sprecherin Anja Greiter habe es zuletzt vermehrt Fälle gegeben, die hinter den Fake-Nachrichten kriminelle Energie vermuten lassen.

Es gebe Menschen, die gezielt Familien ansprechen, um für sie Anträge auszufüllen - und dafür Geld zu verlangen. Greiter stellt klar: „Die Beantragung ist kostenlos. Und wer nicht damit zurechtkommt, kann direkt bei der Familienkasse fragen.“

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Mittlerweile habe sich die Situation wieder beruhigt. Auch, weil die Zentrale der Arbeitsagentur in Nürnberg recht schnell eine Mitteilung veröffentlichte, in der sie die Meldung richtigstellte.

Anspruch auf den Kinderzuschlag (maximal 185 Euro pro Kind) haben Eltern, deren Netto-Löhne zusammengerechnet in einer bestimmten Spanne liegen. Daneben hängt der Anspruch auch von den Wohnkosten sowie von Anzahl und Alter der Kinder ab.

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Familien, die Kinderzuschlag beziehen, sind von den Kita-Gebühren befreit und haben Anspruch auf Geld für Schulsachen, kostenloses Mittagessen, Nachhilfeunterricht und mehr.

Um vorab einzuschätzen, ob sich ein Antrag lohnt, gibt es auf der Webseite www.kinderzuschlag.de eine Lotsenfunktion, über die erste Fragen beantwortet werden.

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