Falschaussage und Schweigegeld: Unfallaufnahme nimmt für die Polizei eine kuriose Wendung

dzVerkehrsunfall

Eigentlich wurde die Dortmunder Polizei am Donnerstag zu einer alltäglichen Unfallaufnahme gerufen. Doch die entpuppte sich als alles andere als normal - am Ende gab es mehrere Anzeigen.

Dortmund

, 26.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Beamte der Dortmunder Polizei wurden am Donnerstagnachmittag (25.7.) zu einem Verkehrsunfall an der Wittekindstraße gerufen. Doch schon bei ihrem Eintreffen stellten die Beteiligten die Polizisten vor eine Herausforderung. Denn trotz einer Vielzahl anwesender Personen gestaltete es sich für sie zunächst schwierig, die beteiligten Fahrer ausfindig zu machen.

Nach den zunächst erlangten Erkenntnissen fuhr ein 28-Jähriger aus Herne gegen 15.20 Uhr auf dem rechten Fahrstreifen der Wittekindstraße in Richtung Nordosten. Offenbar scherte er in Höhe der Hausnummer 98 beim Abbiegen zu weit aus und touchierte einen neben ihm fahrenden Pkw. Dessen 39-jähriger Fahrer aus Dortmund prallte daraufhin gegen einen Bordstein.

Unstimmigkeiten lassen Polizisten stutzig werden

Doch Unstimmigkeiten in den einzelnen Schilderungen des Hergangs ließen die Beamten stutzig werden - und sie hinterfragten die dargestellten Details mehrfach.

Und siehe da: Ihre Beharrlichkeit zahlte sich schließlich aus. Anstelle des 28-Jährigen stellte sich ein 17-Jähriger aus Neuss als Fahrer heraus - und dieser war nicht im Besitz einer erforderlichen Fahrerlaubnis.

Dortmunder fordert mehrere tausend Euro "Schweigegeld"

Doch damit nicht genug. Die "Spritztour" des Jugendlichen nahm der 39-jährige Dortmunder zum Anlass, mehrere tausend Euro "Schweigegeld" von ihm zu fordern. Nach "zähen" Verhandlungen wollte dieser sich scheinbar tatsächlich darauf einlassen. Zumindest einen Teil der vorgeschlagenen Summe war er offenbar bereit zu geben.

Doch vom schlechten Gewissen geplagt, gab der 17-Jährige letztlich auch dies gegenüber den Beamten an.

Und so fertigten die Polizisten am Ende neben einer Anzeige wegen des Verdachts des Fahrens ohne Fahrerlaubnis gegen den 17-Jährigen auch eine wegen des Verdachts der Strafvereitelung gegen den 39-Jährigen.

Polizei erlebt auch andere ungewöhnliche Einsätze

Immer mal wieder berichtet die Polizei Kurioses. Im Mai wurde sie beispielsweise zu einem parkenden Auto gerufen, in dem ein Mann tief und fest schlief. Es stellte sich kurze Zeit später heraus, dass es nicht sein eigenes Auto war, sondern ein als gestohlen gemeldetes.

Darüber hinaus war der Mann ohne festen Wohnsitz und besaß keinen gültigen Fahrschein. Und einen Tag vorher war der gestohlene Wagen auch noch an einem Verkehrsunfall mit anschließender Flucht beteiligt.

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Zu einem parkenden Auto wurde die Polizei in der Nacht zu Freitag gerufen. Darin schlief ein 33-Jähriger tief und fest - in einem fremden Auto. Das war allerdings nicht das einzig Kuriose.

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