Fall Niels Högel: Dortmunder Klinik-Chef Mintrop möchte noch keine Stellung nehmen

Mordserie in Krankenhäusern

Rudolf Mintrop leitet das Klinikum Dortmund. 2001 arbeitete er in Oldenburg. Dort tötete der Pfleger Niels Högel Patienten. Mintrop schweigt. Die Staatsanwaltschaft ermittelt auch gegen ihn.

Dortmund

, 22.11.2018, 18:30 Uhr / Lesedauer: 1 min
Fall Niels Högel: Dortmunder Klinik-Chef Mintrop möchte noch keine Stellung nehmen

Gegen Rudolf Mintrop, Vorstand der Geschäftsführung des Klinikums Dortmund, wird wegen Totschlags durch Unterlassen ermittelt. © Dieter Menne

Die Vorwürfe der Ermittler gegen mehrere Personen, die Ende 2001 zur Klinikspitze in Oldenburg gehörten, stehen im Zusammenhang mit der Mordserie des Krankenpflegers Niels Högel, der eingeräumt hat, in den Kliniken Oldenburg und Delmenhorst zwischen den Jahren 2000 und 2005 mehr als 100 Menschen getötet zu haben.

Gegen Mintrop und vier weitere Personen wird in Oldenburg ermittelt, da sie, obwohl ihnen laut Ermittlern ein schwerer Verdacht gegen Niels Högel bekannt war, nicht die Polizei oder die Staatsanwaltschaft eingeschaltet hatten.

Mintrop will nicht Stellung nehmen

Hätten sie das getan, so sagte der leitende Ermittler der eingesetzten Sonderkommission Kardio bereits 2017, hätte man Högel 2001 gefasst.

(Mehr zu den Verstrickungen Rudolf Mintrops im Fall Niels Högel in unserer großen Recherche. [RN+])

Mintrop, der ab 2000 Geschäftsführer des Klinikums Oldenburg und ab 2005 auch Geschäftsführer des Klinikums Delmenhorst war, schreibt auf Anfrage unserer Zeitung, dass er im Moment noch keine Stellung nehmen kann, da ihm und seinem Anwalt bislang noch keine Akteneinsicht gewährt wurde.

Mintrop sieht keinen Fehler seinerseits

Sein tiefes Mitgefühl gelte den Angehörigen der Opfer Högels. Mit dem Wissen von damals sehe er nicht, wie er sich anders hätte verhalten können.

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