Erst Corona und nun Vandalismus: Massagepraxis hat schwierigen Start

dzKaiserstraße

Die Massagepraxis Chok Dee wurde erst durch das Corona-Virus schwer getroffen und jetzt zum Opfer von Vandalismus. Für die Anwohner in der Kaiserstraße nichts Neues.

von Beat Linde

Kaiserstraßenviertel

, 27.08.2020, 10:45 Uhr / Lesedauer: 2 min

Bei der Eröffnung ihrer Massagepraxis Anfang März betete die Inhaberin Meo Hawig zusammen mit Freundinnen und Mönchen noch für Glück und einen guten Start ihrer Praxis. Allerdings kam es dann anders.

Anfangs sah es auch noch nach einem guten Start aus: „Das Geschäft lief sehr sehr gut an“ sagte Stefan Hawig, Ehemann von Meo Hawig. Mit viel Mühe und Liebe haben sie die Praxis eingerichtet und aufgebaut, von den Kunden sei das honoriert worden.

Nicht einmal zwei Wochen nach der Eröffnung stellte das Corona-Virus die schützenden Gebete auf eine erste Probe.

Schließung

Es liegt wohl in der Natur der Sache, dass Berufe die grundlegend darauf ausgerichtet sind, Körperkontakt herzustellen, besonders unter einem angeordneten „Social-Distancing“ leiden.

So auch die Massagepraxis der Hawigs, die musste 13 Tage, nachdem die Mönche noch für Glück gebetet hatten, vorübergehend schließen. Sie seien zwar nicht akut wirtschaftlich gefährdet so Hawig, dennoch träfen sie die Folgen der Pandemie „sehr hart“. Seit Mitte Mai ist die Praxis wieder geöffnet und es kommen laut den Hawigs auch wieder mehr Kunden, allerdings nicht so viele wie vor der Schließung.

Und als ob die unfreiwillige Schließung nicht genug gewesen wäre, wurde unlängst nachts ein Werbeanzeiger vor der Praxis mutwillig zerstört.

Bekanntes Muster

„Ein unnötiger und sinnloser Vorfall“ so Hawig, „als ob wir in den schwierigen Zeiten keine andere Sorgen hätten“. Das Ehepaar klagte über einen dreistelligen Sachschaden und hat bereits Anzeige bei der Polizei erstattet.

Für die Anwohner im Kaiserviertel wie Sabine Schümers nichts Neues, sie gehe jeden Morgen um kurz vor 6 über die Kaiserstraße zur Arbeit und sagt: „Es ist immer mal wieder etwas in der Früh: kaputte Flaschen, Müll, leergeräumte Blumenkübel. Mal mehr, mal weniger.“

Nach der Nacht, in der die Werbeanzeige der Hawigs zerstört wurde, habe sie wieder ausgerissene Blumen gesehen, zerstörte Flaschen und Bücher, die aus den öffentlichen Booksharing-Regalen genommen und zerrissen wurden.

Die Polizei könne in solchen Fällen nichts machen, sagt Stefan Hawig und hofft, dass der eine oder andere Anwohner vielleicht etwas gesehen hat.

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