Erinnert die DFB-Choreo für Dortmund an den Judenstern der Nazis?

dzDeutschland vs. Argentinien

Vor dem Spiel Deutschland gegen Argentinien in Dortmund gibt es eine Diskussion über die deutsche Fan-Choreo. Twitter-User fühlen sich an den Judenstern der Nazis erinnert.

Dortmund

, 09.10.2019, 14:21 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Diskussion begann am Dienstagaabend: Da postete der Twitter-User Kai Uwe Bich ein Foto, das offenbar einen Ausdruck der geplanten Fan-Choreografie des DFB im Vorfeld des Länderspiels Deutschland-Argentinien im BVB-Stadion zeigt.

Darauf zu sehen ist ein Schattenriss von Mario Götzes entscheidendem Tor im WM-Finale 2014 mit einem großen gelben Stern daneben, garniert mit dem (leicht falschen) Zitat des Fernsehkommentators Tom Bartels: „Mach es, Mario, Maaaach es!“ (tatsächlich rief Bartels: „Mach ihn!!!“).

Doch während der Stern wohl für den vierten Weltmeistertitel der deutschen Nationalmannschaft stehen soll, zieht Bich eine andere Parallele: „Bin ich eigentlich der Einzige, der einen überdimensionalen gelben Stern in der Nazihochburg Dortmund kritisch sieht?“

Den Fußball-Fan erinnert der gelbe Stern an den berüchtigten „Judenstern“ der Nazis, ein Zwangskennzeichen, das Juden im Deutschen Reich und den besetzten Gebieten ab 1941 sichtbar auf der Kleidung tragen mussten.

Reaktionen: „Bisschen weit hergeholt“

Unter dem Twitter-Post entspann sich eine rege Diskussion. Während Bich von einigen Usern Unterstützung bekam, sahen die meisten den Vergleich als überzogen an. Ihr Tenor: „Bisschen weit hergeholt“; „Bitte nicht überreagieren“; „Da bist du echt der einzige“. Viele wiesen auch darauf hin, dass der echte Davidstern sechs statt fünf Zacken hatte.

Bereits beim letzten Länderspiel der deutschen Nationalmannschaft im September gegen die Niederlande hatte es Diskussionen über die Fan-Choreografie gegeben. Damals war das geplante Anfeuerungs-Schriftbild „Vollgas!“ kurzfristig in die Nonsense-Aussage „Volley!“ geändert worden.

Wie der DFB später erklärte, habe man befürchtet, dass der ursprüngliche Spruch vor dem Hintergrund der deutschen Geschichte für Fehlinterpretationen vor allem im Ausland sorge.

Wir haben am späten Vormittag beim DFB eine Stellungnahme zu der Kritik an der geplanten Choreografie angefragt, die bis zur Erstveröffentlichung heute, 9.10., 14.15 Uhr noch ausstand. Sobald es eine Antwort gibt, liefern wir sie nach.

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