Der Pferdegöpel im Westfalenpark, der an Dortmunds Bergbau-Geschichte erinnert, ist seit einem Jahr wegen Baufälligkeit gesperrt. Ein Abriss stand im Raum. Jetzt ist klar: Er wird saniert.

Westfalenpark

, 25.07.2018, 16:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Zwischen Buschmühle und Florianturm errichtete der Förderverein Berbauhistorischer Stätten zur Bundesgartenschau 1991 den originalgetreuen Nachbau eines westfälischen Pferdegöpels. Unterstützt wurde er dabei von zahlreichen Sponsoren, auch von der Stadt.

So funktioniert ein Pferdegöpel

Ein Pferdegöpel wurde über einem Kohle-Schacht errichtet. Angeschirrte Pferde liefen im Kreis und bedienten so eine Seilwinde zur Kohleförderung. Auf dem Gebiet des heutigen Westfalenparks gab es Ende des 18., zu Beginn des 19. Jahrhunderts die Zeche Am Busch. Hier war von 1811 bis 1826 ein Pferdegöpel in Betrieb.

Es drohte der Abriss

All das wurde in dem 1991 nachgebauten Pferdegöpel im Westfalenpark anschaulich erklärt. Bis zum Juli 2017, als bei einer Überprüfung erhebliche Schäden an dem Gebäude festgestellt wurden. Der Pferdegöpel wurde daher aus Sicherheitsgründen gesperrt. Ein Holzsachverständiger wurde beauftragt. Das Ergebnis: Eine Sanierung würde mindestens 90.000 Euro kosten. Viel Geld. Daher war lange Zeit offen, ob die Stadt als Egentümerin den acht Meter hohen Göpel nicht abreißen sollte.

Das ist jetzt vom Tisch. „Eine Sanierung wird in Absprache mit dem Förderverein Bergbauhistorischer Stätten Ruhrrevier für das Jahr 2019 angestrebt“, teilte Stadtsprecher Michael Meinders auf Frage der Redaktion mit. Inzwischen gehe man davon aus, dass die Kosten sich auf knapp 100.000 Euro belaufen werden, so Meinders.

Fördervereing gibt 10.000 Euro

Eine Nachricht, die Heinz-Ludwig Bücking, der Vorsitzende des Fördervereins Bergbauhistorischer Stätten, gerne hört. Er berichtete auf Nachfrage, dass sich der Förderverein bereit erklärt habe, 10.000 Euro selbst aufzubringen: „Das ist für unseren 500-Mann-Verein eine gewaltige Summe“, sagt Bücking. Darüberhinaus habe man der Stadt zugesagt, bei der Einwerbung von Sponsoren zu helfen. Das laufe derzeit und er hoffe, dass sich gerade in diesem Jahr, in dem der Steinkohlebergabu in Deutschland endet, die Türen der Sponsoren bereitwilliger auftun als zu einer anderen Zeit.

Und wenn am Ende doch noch Geld fehlt?

Auch die bei der Stadt zuständigen Sport- und Freizeitbetriebe, so berichtete Meinders, beteiligten sich an der Suche nach Fördermitteln. Sollte am Ende dann doch noch Geld fehlen, dürfte auch daran eine Sanierung nicht scheitern. Das geht aus einem der Redaktion vorliegenden Brief von Annette Kulozik, der Leiterin des Westfalenparks, an den Förderverein von Anfang Juli hervor. Dort heißt es: „Zusätzliche finanzielle Mittel, die über die von Ihnen eingeworbenenen Fördermittel hinausgehen, werden von den Sport- und Freizeitbetrieben Dortmund bereitgestellt.“

Stichwort Göpel

Als die Bergleute im Ruhrgebiet in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts nicht mehr mit einfachen Stollen von der Oberfläche aus an die ersehnte Kohle kommen konnten, entstanden die ersten Schächte in die Tiefe. Zum Transport in die Tiefe und wieder nach oben besann man sich auf eine uralte Technik: den Göpel. Göpelwerke wurden bereits im 3. Jahrhundert vor Christus in Ägypten zum Wasserschöpfen eingesetzt. Jetzt aber ging es um Kohle. Eingesetzt als Zugtiere wurden hier zumeist Pferde. Sie liefen angeschirrt im Kreis und brachten damit eine hölzerne Mechanik mit Wellen, Achsen und Zahnrädern in Schwung, durch die an Seile gebundene Lasten nach oben gezogen werden konnten. Zum Schutz der Pferde und Pferdeknechte vor Wind und Wetter wurde über dem Göpel ein Haus, das Göpelhaus, errichtet.
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