Dunkle Wolken über einem Dortmunder Kleingarten. Im Stadtverband Dortmunder Gartenvereine gibt es dicke Luft (Archiv). © Stephan Schütze
Riesen-Zoff um Chefposten

Entscheidung in Dortmunder Kleingärtner-Streit – „Es ist eine Genugtuung“

Zwei Kleingärtner haben mit harten Bandagen um den Vorsitz im Dortmunder Stadtverband gekämpft, es gab Intrigen und Hausverbote - jetzt wurde gewählt. Beendet ist der Streit damit aber nicht.

Bei Dortmunds Kleingärtnern ging es zuletzt ganz und gar nicht harmonisch zu. Abmahnungen, Unterlassungsklagen, Mobbing-Vorwürfe – kurz: richtig dicke Luft.

Möchte man den Streit herunterbrechen, stehen dort zwei Personen: Heinrich Jordan, der ehemalige Vorsitzende des Stadtverbands Dortmunder Gartenvereine mit seinen fast 13.000 Mitgliedern, und sein Nachfolger Günter Mohr.

Der eine wollte wieder Vorsitzender werden, der andere es bleiben. Am Freitagabend (26.11.) wurde bei einer Mitgliederversammlung genau darüber abgestimmt – mit dem besseren Ausgang für Günter Mohr. Der gewann die Abstimmung deutlich mit 102 zu 29 Stimmen.

Günter Mohr (l.) und Heinrich Jordan kämpfen mit harten Bandagen um die künftige Vorstandsspitze des Stadtverbands der Dortmunder Gartenvereine.
Günter Mohr (l.) und Heinrich Jordan kämpfen mit harten Bandagen um die künftige Vorstandsspitze des Stadtverbands der Dortmunder Gartenvereine. © Thomas Burgsmüller (Montage) © Thomas Burgsmüller (Montage)

„Ergebnis ist schon eine Genugtuung“

„Das Ergebnis ist schon eine Genugtuung“, sagt Mohr am Samstag im Gespräch mit unserer Redaktion. „Solch ein Ergebnis bekommt man nur, wenn man mit seiner Arbeit überzeugen konnte. Mir geht es aber um den Verband und nicht um das Persönliche.“ Heinrich Jordan habe einen Unterstützerkern im Norden Dortmunds, aber nicht in der Breite, sagt Mohr.

Die Versammlung sei aber nahezu harmonisch gewesen, sagt Mohr. Harmonisch? Auf Nachfrage korrigiert er sich etwas: „Es war eine ganz normale Versammlung. Es wurde sachlich diskutiert.“

Das sieht auch Heinrich Jordan so: „Es ist ganz gesittet abgelaufen – eigentlich wie immer“, sagt er. Der Ausgang der Wahl sei für ihn nicht überraschend gewesen, sagt Jordan. „Ich habe damit gerechnet. Die anderen waren gut aufgestellt.“ Er habe sich zur Wahl gestellt, weil er vorgeschlagen worden sei. „Dann tritt man auch an“, findet Jordan.

Über eine andere Frage muss noch ein Gericht entscheiden

Zu einem Gespräch zwischen ihm und Mohr sei es nicht mehr gekommen. „Es ist dann auch spät geworden, da sind alle schnell nach Hause und es gab keine Zeit mehr, sich zu unterhalten.“ Die Sache mit der Wahl sei für ihn damit auch abgehakt. „Das mit den Anschuldigungen aber noch nicht. Da warte ich ab, was das Gericht entscheidet.“

Heinrich Jordan hatte sich mit einer Unterlassungsklage gegen „Unterstellungen“ eines Kleingarten-Vereinsvorsitzenden gewehrt. Am Dienstag (30.11.) entscheidet ein Gericht darüber.

Vorstand des Stadtverbandes entlastet

Entlastet wurde am Freitagabend aber schon mal der aktuelle Vorstand um Heinrich Mohr. Es ging um den Anbau eines Wintergartens an die Verbands-Geschäftsstelle in Körne. Rund 51.000 Euro hat dieser gekostet. Im Raum stand ein Satzungsverstoß.

Mithilfe eines Wirtschaftsprüfers habe man bei der Mitgliederversammlung zeigen können, dass bei dem Bau, alles vernünftig abgelaufen sei, sagt Mohr. Der Vorstand sei daraufhin entlastet worden.

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Als gebürtiger Dortmunder bin ich großer Fan der ehrlich-direkten Ruhrpott-Mentalität. Nach meinem journalistischen Start in der Dortmunder Stadtredaktion, schreibe ich mich gerade als Volontär durch die Redaktionen in der Region.
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Lukas Wittland

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