Entscheidung über Schließungen bei Karstadt Kaufhof steht bevor

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Was wird aus den Kaufhäusern von Karstadt und Kaufhof in Dortmund? Der Betriebsrat erwartet für Freitag eine Entscheidung. Klar ist bereits, dass unweit von Dortmund eine Filiale schließt.

Dortmund

, 18.06.2020, 17:36 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das zähe Ringen um die Zukunft der Warenhauskette Karstadt Kaufhof erreicht die entscheidende Phase. Seit zwei Wochen bereits ist der Dortmunder Betriebsratchef von Karstadt, Gerhard Löpke, in Köln, wo er als Mitglied der Bundestarifkommission der Dienstleitungsgewerkschaft Verdi mit der Konzernleitung einen Sozialtarifvertrag entwirft.

Bevor am Montag (22.6.) der Gläubigerversammlung im Rahmen des laufenden Schutzschirmverfahrens zur Rettung des Unternehmens ein Insolvenzplan vorgelegt werden soll, rechnet Gerhard Löpke fest damit, dass die Karten auf den Tisch kommen.

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„Ich denke am Freitag wird die Entscheidung darüber, welche Filialen bundesweit geschlossen werden, bekanntgegeben“, so Löpke nach dem Verhandlungsmarathon. Am Donnerstagabend war bekannt geworden, dass insgesamt 62 Häuser geschlossen werden sollen - etwas weniger als zunächst befürchtet. Ursprünglich war die Schließung von 80 der 172 Häuser befürchtet worden.

Bewegung in den Verhandlungen: Wohl weniger Schließungen

Eine Einschätzung zur Zukunft der drei Dortmunder Häuser, dem Karstadt-Haupthaus und Galeria Kaufhof am Westenhellweg sowie dem Karstadt-Sporthaus am Alten Markt/Hansaplatz, mochte der Arbeitnehmervertreter im Gespräch mit der Redaktion nicht geben.

„Dazu kann ich nichts sagen. Aber es wäre unerträglich, wenn das nicht vor dem Wochenende bekanntgegeben würde. Alle Kolleginnen und Kollegen sind extrem angespannt und nervös“, so Löpke.

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In Dortmund beschäftigt Karstadt Kaufhof rund 500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, die derzeit um ihre Arbeitsplätze bangen müssen.

Sozialtarifvertrag soll die möglichen Entlassungen regeln

In den Verhandlungen in Köln forderte Verdi, möglichst viele Filialen zu erhalten. Konkret, so Gerhard Löpke, wurde über einen Sozialtarifvertrag verhandelt, der die möglichen Entlassungen regelt. Ein Streitpunkt mit der Konzernführung war auch der über alle Häuser geplante Personalabbau in Höhe von 10 Prozent.

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Galeria Karstadt Kaufhof kämpft in der Corona-Krise ums Überleben. Das Anfang April beantragte Schutzschirmverfahren in Eigenverwaltung gilt als Vorstufe der Insolvenz. Um die zu verhindern, muss jetzt ein tragfähiges Zukunftskonzept her. Die Schrumpfung ist ein Bestandteil. In Iserlohn, das wurde am Mittwoch bereits bekannt, will Karstadt den Standort „in absehbarer Zeit“ aufgeben.

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