Entschärfung unter Corona-Bedingungen dauerte bis in den späten Abend

Blindgängerfund

Die erste Blindgänger-Entschärfung mit betroffenen Anwohnern seit Beginn der Corona-Pandemie dauerte lange. Vieles war anders als sonst. Die Stadt Dortmund ist zufrieden mit dem Ablauf.

Dortmund, Eving

, 10.07.2020, 18:08 Uhr / Lesedauer: 1 min
Ein Blindgängerfund in Eving bescherte rund 2000 Menschen am Donnerstag (9.7.) einen stressigen Tag. Erst am späten Abend konnten sie wieder in ihre Wohnungen zurück.

Ein Blindgängerfund in Eving bescherte rund 2000 Menschen am Donnerstag (9.7.) einen stressigen Tag. Erst am späten Abend konnten sie wieder in ihre Wohnungen zurück. © Tobias Larisch

Bis 22.45 Uhr mussten rund 2000 Menschen im Stadtteil Eving am Donnerstag (9.7.) ausharren, bis sie das erlösende Signal bekamen. Die beiden Weltkriegsbomben waren entschärft, sie konnten wieder in ihrer Wohnungen zurück. Am frühen Nachmittag hatten sie ihre Wohnungen verlassen müssen.

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Für die 24 Anwohner, die wegen des direkten Kontakts mit dem Coronavirus im häuslicher Quarantäne sind, ging damit das Spiel vom Nachmittag noch einmal los. Für sie galten besondere Hygiene- und Schutzbedingungen, damit die Isolation aufrecht erhalten werden konnte. Sie waren in städtischen Einrichtungen untergebracht.

Dortmunder in Quarantäne werden von Krankentransportwagen zurückgebracht

Mit eigenen Krankentransportwagen wurden sie am späten Donnerstagabend zurück nach Hause gebracht. Dabei galt dieselbe Aufteilung wie auf der Hinfahrt. Zusammen fahren durften nur die Personen, die einen Haushalt bilden. Die Fahrer trugen erneut umfangreiche Schutzausrüstung.

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Die Dauer der Evakuierung und der Entschärfung war aus Sicht der Stadt Dortmund im Rahmen von sonstigen Einsätzen dieser Größe. „Das ist normal, wenn so viele Menschen beteiligt sind und wir an so vielen Haustüren klingeln müssen“, sagt Stadtsprecher Christian Schön am Freitag (10.7.).

Die Menschen halten sich an die Maskenpflicht

Eine positive Erkenntnis dieses ersten Blindgänger-Funds in Corona-Zeiten: Die Menschen hielten sich in Eving an die Maskenpflicht. Diese galt sowohl beim Kontakt mit Einsatzkräften als auch in der Evakuierungsstelle im Heisenberg-Gymnasium.

Dort wurden die Menschen aus Gründen des Infektionsschutzes auf das gesamte Schulgebäude verteilt, statt wie sonst in einer großen Turnhalle oder einem Saal untergebracht. Insgesamt kamen hier 92 Personen unter.

Eine Besonderheit: Die beiden 250 und 50 kg schweren Blindgänger aus dem Zweiten Weltkrieg wurden bei Sanierungsarbeiten entdeckt. In der großen Mehrheit der Fälle tauchen solche Blindgänger bei Sondierungsarbeiten für Neubauten auf.

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