Entführung – oder eine heiße Nacht auf Koks? Gerichtsprozess beginnt mit Überraschung

dzLandgericht

Einem 36-Jährigen wird vorgeworfen, einen anderen Mann entführt, stundenlang festgehalten und um 900 Euro gebracht zu haben. Der Beschuldigte präsentiert eine andere Version jener Nacht.

Dortmund

, 18.11.2019, 13:03 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Anklage spricht von einer Entführung über Stunden. Zu Prozessbeginn vor dem Landgericht präsentierte der Angeklagte jedoch eine ganz andere Geschichte.

Die Staatsanwaltschaft glaubt, dass der 36-jährige Angeklagte im November 2017 einen Mann beim Abheben von 200 Euro am Bankautomaten beobachtet und anschließend mit einem Messer in seine Gewalt gebracht hat.

Stundenlang soll das mutmaßliche Opfer den Launen des Angeklagten ausgeliefert gewesen sein. Erst, nachdem bei zwei weiteren Abhebungen zusätzliche 700 Euro Bargeld erbeutet worden sein sollen, soll der 36-Jährige sein Opfer freigelassen haben.

Seit Freitag muss sich der Angeklagte vorm Landgericht verantworten. Wegen „erpresserischen Menschenraubs“ drohen ihm mindestens fünf Jahre Haft.

Über seinen Verteidiger ließ der 36-Jährige jedoch eine gänzlich andere Version jener Novembernacht erzählen: Danach hat der Angeklagte das angebliche Opfer in einer Homosexuellen-Bar kennengelernt. Schnell sei man sich einig gewesen, die Nacht in einem Hotel zu verbringen und gemeinsam Kokain zu nehmen.

Immer, wenn das ganze Rauschgift aufgebraucht gewesen sei, habe man zusammen beschlossen, zum Geldautomaten und dann zu einem Dealer zu fahren. Nur aus diesem Grund habe es die drei Geldabhebungen in dieser Nacht gegeben.

Was das mutmaßliche Opfer dazu sagt, zeigt sich in der nächsten Woche.

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