Daddy Blatzheim und Schürmanns: Das Aus für Ende 2020 scheint besiegelt zu sein

dzParkgastronomie

An der Buschmühle im Westfalenpark drohen ab 2021 Leerstände: Die aktuellen Betreiber beteiligen sich nicht am Bieterverfahren für einen Neuanfang. Damit steht die Stadt vor einem Problem.

Dortmund

, 26.08.2019, 05:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die strittige Diskussion um die Zukunft der Gastronomie an der Buschmühle im Westfalenpark zieht sich nun schon über zwei Jahre hin. Das Bestreben der Stadt war, den Pachtvertrag mit Muto Heimatgastronomie über 2020 hinaus zu verlängern. Wie es aussieht, blieb das ohne Erfolg.

Die Stadt hat am 8. August ein Bieterverfahren eröffnet, das wegen der Größenordnung des Projekts vorgeschrieben ist. Muto Heimatgastronomie wirft ihren Hut nicht in den Ring. „Wir haben der Stadt mitgeteilt, dass wir nicht teilnehmen werden“, sagt Muto-Geschäftsführer Philip Winterkamp auf Anfrage der Redaktion.

Seit 2011 zur Belebung des Westfalenparks beigetragen

Doch angesichts der Bedingung, dass ein Nachfolger einen millionenschweren Neubau finanzieren muss, dürfte es für die Stadt schwer werden, einen anderen Gastronomen zu finden, der entsprechend solvent und in der Club- und Eventgastronomie erfahren ist – denn so lauten zwei der Auswahlkriterien in dem Bieterverfahren. Die Ausschreibung lehnt sich dicht an das Entwicklungsszenario für die Parkgastronomie, das Philip Winterkamp gemeinsam mit dem zweiten Muto-Geschäftsführer Jan Möller bereits im vergangenen Jahr der Stadt vorgelegt hat.

Seit 2011 haben Möller und Winterkamp mit dafür gesorgt, den Westfalenpark neu zu beleben. Unter ihrer Regie laufen der beliebte Club Daddy Blatzheim, das Restaurant Schürmanns im Park, der Seepavillon, der Spaten Garten und teilweise auch das Treibhaus. Doch die rund 60 Jahre alte Gebäudestruktur von Daddy Blatzheim und Schürmanns sei sanierungsbedürftig und mittelfristig nicht mehr als Gastronomiebetrieb zu führen, erklärte Winterkamp.

Der Freischütz bindet Ressourcen und Energie

Das Entwicklungskonzept von Muto sah neben der Sanierung der Gebäude im Kern den Neubau mit Restaurant, Terrasse, Veranstaltungs- und Bankettgastronomie sowie einen separaten Eingang abseits der Parkkassen vor. Doch es war in der Politik auf geteiltes Echo gestoßen, zumal es mit einem mindestens 30 Jahre laufenden Erbpachtvertrag über ein 4000 Quadratmeter großes Grundstück verbunden war.

Gleichzeitig wurde Muto Heimatgastronomie Anfang dieses Jahres die Übernahme des Schwerter Freischützes angeboten. Winterkamp und Möller schlugen ein. Auch in dieses Objekt wollen sie sechsstellig investieren. Der Freischütz werde einiges an Ressourcen und Energie in Beschlag nehmen, so Winterkamp. Das wiederum habe zur Folge, dass man sich nicht mehr auf den Westfalenpark konzentrieren könne. Deshalb werde man sich auch nicht an dem Bieterverfahren beteiligen. Der Muto-Geschäftsführer: „Wir werden den Vertrag bis Ende 2020 erfüllen. Zum heutigen Zeitpunkt können wir aber nicht seriös sagen, was 2021 passiert, sondern frühestens im Sommer 2020.“

Wenn sich bei dem Bieterverfahren ein Gastronom fände, werde Muto 2020 das Feld räumen. „Das liegt nicht mehr in unserer Hand“, sagt Winterkamp, „von vertraglicher Seite gesehen, ist für uns Ende 2020 Schluss.“ Gespräche mit der Stadt gebe es zurzeit nicht, man verschließe sich aber auch nicht Gesprächen.

Gastronomisches Grundangebot für den Turm

In der Ausschreibung für das Bieterverfahren sucht die Stadt einen neuen Partner „mit dem notwendigen gastronomischen Know-how und Finanzmitteln, mit Kreativität und Ideenreichtum“. An die Stelle eines Erbbauvertrages könne auch eine langfristige gewerbliche Vermietung treten. Neben der Club- und Eventgastronomie soll der neue Betreiber auch ein „gastronomisches Grundangebot“ für das Turmrestaurant und die Turmterrassen sicherstellen – zumindest an Veranstaltungstagen und an Wochenenden.

Die Ausschreibung endet am 9. September um 12 Uhr. Dann dürfte klar sein, ob es Interessenten gibt.

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