Eislaufen bei jedem Wetter: Das Anfängertraining macht‘s möglich

dzFit in Dortmund

Wer Eislaufen möchte, muss nicht warten, bis Eisbahnen auf dem Weihnachtsmarkt aufgebaut werden. Der TSC Eintracht bietet hierfür Anfängerkurse an – auch für Menschen ohne Erfahrung.

von Alexandra Wachelau

Dortmund

, 14.10.2018, 14:29 Uhr / Lesedauer: 3 min

Diejenigen, die schon einmal eislaufen waren, wissen trotzdem oft nicht, wie es sich auf einer freien Eisbahn läuft. Die eingezäunten Flächen auf den Weihnachtsmärkten sind fast immer überfüllt, man bewegt sich mit der Masse im Kreis. Das waren zumindest meine Erfahrungen mit Eislaufen.

Als ich mit Trainerin Carolin Riesenweber die Eishalle an den Westfalenhallen betrete, bin ich dementsprechend überwältigt: Die Fläche zum Laufen ist riesig, nur weniger als eine Handvoll Kinder ziehen ihre Bahnen. Diese sind zwar erst um die zehn Jahre alt, aber sie springen und drehen sich schon wie richtige Profis.

Bei den Kinderkursen werden die allerjüngsten bereits mit vier Jahren angemeldet, sagt Carolin Riesenweber. Viele von ihnen starten mit dem Ziel, bei den vielen Wettbewerben in der Saison zu glänzen. Die Erwachsenenkurse, die der TSC Eintracht zusammen mit ERC Westfalen Kunstlauf anbietet, sind dagegen freier – da kann jeder mitmachen, egal welches Alter, egal, wie viel Erfahrung er schon hat. „Wir hatten dort auch schon 60-Jährige, die zum ersten Mal überhaupt auf dem Eis standen“ berichtet Carolin.

Eislaufen bei jedem Wetter: Das Anfängertraining macht‘s möglich

Anfangs ist es schwer, ein Gefühl für das glatte Eis zu entwickeln. © Oliver Schaper

Gefühl für das Eis entwickeln

Für die Schuhe habe ich gleich zwei Paar dicke Socken mitgebracht. Doch Carolin winkt ab: „Eigentlich ist es besser, nur mit normalen Socken zu fahren. Dann spürt man das Eis unter den Füßen besser“. Sie selber zieht nur dünne Söckchen an, dafür eine Leggins, die sich mit Knöpfen über die Schuhe schließen lässt, und zusätzlich noch Stulpen.

Ihr Ballerina-ähnliches Outfit wird noch unterstützt, als sie sich selber aufs Eis begibt. Dort sieht man ihr die vielen Jahre, die sie schon auf dem Eis gelaufen ist, an. Zwar arbeitet die 24-Jährige inzwischen nur noch als Trainerin, doch seit ihrem siebten Lebensjahr besucht sie regelmäßig die Eislaufhalle an den Westfalenhallen.

„Ich habe, als ich ganz klein war, Gymnastik gemacht. Als ich dann mit sieben mit meinem besten Freund eislaufen war, war ich sofort total begeistert“, sagt sie. Vor allem die Ähnlichkeit zum Ballett habe sie als besonders schön empfunden. Der Sport sei daher ähnlich gut für eine verbesserte Körperspannung.

Das merke ich auch, als ich meine ersten wackeligen Schritte auf dem glatten Untergrund mache. „Die meisten brauchen immer ein wenig, um sich an das Eis zu gewöhnen“, sagt Carolin. Die größte Pause entstand bei ihr, als sie mit ihrem eigenen Training aufhörte und selber Trainerin wurde – da war sie achtzehn und ein Jahr nicht auf dem Eis. Jetzt studiert sie Architektur in an der TU Dortmund und lehrt bei den Kinder- und Erwachsenenkursen das Eislaufen.

Eislaufen bei jedem Wetter: Das Anfängertraining macht‘s möglich

Beim „Übersetzer“ muss man einen Bein vor das andere setzen. © Oliver Schaper

Übungen mit Kindgerechten Namen

Um sich überhaupt erst an das fahren auf dem Eis zu gewöhnen, biete es sich an, die Hände gerade zur Seite zu strecken. „Der ganze Körper fährt mit“, sagt Carolin und lässt mich Übungen machen, die mir Sicherheit auf dem Eis geben sollen. Jetzt erschließt sich mir auch, warum alle in der Halle so dünn angezogen sind. Mir selbst wird während der Übungszeit in meinem Pullover schnell zu warm.

Als erstes zeigt mir meine Trainerin dabei den sogenannten „Eierlauf“. Dafür fährt man abwechselnd breitbeinig und nimmt die Füße dann wieder zusammen. Als das klappt, lässt sie mich „Rollerfahren“. Hier bleibt ein Bein die ganze Zeit auf dem Boden, das andere gibt Anschwung. So bewege ich mich eine zeitlang im Kreis, die Arme von mich gestreckt für bessere Balance. Doch dann zeigt mir die Trainerin den sogenannten „Übersetzer“ – diese Übung ist deutlich schwerer. Dabei soll ich während des „Rollerfahrens“ ein Bein vor das andere setzen.

Die Kinder, die schnell und grazil um uns herumwuseln und mich mit meinen unbeholfenen Schritten schnell als blutige Anfängerin outen, nehmen durch diesen Schritt Schwung – ich selber bereue bei meinem ersten Versuch fast, keine Schoner angezogen zu haben. Doch irgendwann schaffe ich es doch, ohne hinzufallen, und Carolin zeigt mir die die nächste Übung: „Storch“ nennt die sich. Hier fahren wir mit ausgestreckten Armen auf einem Bein.

Eislaufen bei jedem Wetter: Das Anfängertraining macht‘s möglich

Beim „Rollerfahren“ drehen wir uns im Kreis. © Oliver Schaper

Auch für Neueinsteiger

Im Anfängerkurs käme es immer wieder vor, dass Personen mitmachen, die jahrzehntelang keine Schlittschuhe mehr anhatten – oder gar noch nie auf dem Eis waren. „Da hilft nur: ganz viel laufen“, sagt Carolin. Sie rät, sich in kleinen Schritten an der Bande, die Begrenzung der Eisfläche, entlangzugehen. Wenn sich so ein Gefühl für das Eis unter den Füßen entwickelt hat, könne man die Schritte etwas vergrößern und langsam lernen, das Gewicht zu verlagern.

Die Kinder um uns herum haben diese Phase schon lange hinter sich gelassen. Viele Kinder hängen sich an Carolin Riesenweber an. Das Training macht ihr sichtlich Spaß. „Es ist Wahnsinn, die Entwicklung der Kleinen mitzuerleben. Teilweise erkennt man ehemalige Schüler nicht mehr wieder“, sagt sie dazu. Ich selber bin in dieser Trainingseinheit noch nicht so weit, auf dem Eis zu springen – aber sicherer geworden bin ich auf jeden Fall.

Mit dieser Folge endet unsere Serie „Fit in Dortmund“.

  • Jeden Sonntag um 9 Uhr bietet der TSC Eintracht zusammen mit dem ERC Westfalen Kunstlauf ein Erwachsenentraining an. Am Dienstag von 14-14.50 Uhr und am Samstag, von 9-9.50 Uhr, sind die Anfängerkurse.
  • Dieses starten alle im Eissportzentrum Westfalen an der Strobelallee 32.
  • Das erste Probetraining ist umsonst, die Stunden danach kosten 17 Euro im Monat nach einer einmaligen Mitgliedsgebühr von 10 Euro.
  • Weitere Infos gibt’s online.
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