Einarmige Pianisten und famose Kompositionen: So begeistert der Jazz-Nachwuchs in Dortmund

dzBundesbegegnung Jugend jazzt

Die Zukunft des Jazz liegt in Dortmund. Die Bundesbegegung „Jugend jazzt“ bringt die talentiertesten Musiker ins Fritz-Henßler-Haus. Das ist mehr als nur ein Jazz-Erlebnis.

Dortmund

, 31.05.2019, 16:51 Uhr / Lesedauer: 2 min

Der Combo-Wettbewerb bei der Bundesbegegnung „Jugend jazzt“ ist so etwas wie die Deutsche Meisterschaft des Jazz-Nachwuchses. 13 Bundesländer schicken noch bis zum 1. Juni (Samstag) ihre vorher in Landeswettbewerben ausgewählten Top-Formationen ins Rennen.

Bei den Wertungsspielen hört die Jury aus Spitzen-Musikern wie Christoph Haberer, Pablo Held, Shannon Barnett, Marko Lackner und Niels Klein genau hin. Sie erkennen die Details, wo der ungeübte Jazz-Hörer nur staunend vor dem geballten Talent der Jugendlichen und jungen Erwachsenen stehen kann. Und entscheiden am Ende über die Verteilung der zahlreichen Preise, darunter ein Auftritt im Domicil oder auf großen Jazz-Festivals.

Dortmund ist ein würdiger Ort für das Spitzentreffen des Jazz-Nachwuchses

Dortmund ist mit seiner Jazz-Historie und -Gegenwart ein würdiger Ort für dieses Spitzen-Treffen. Schließlich ist die Stadt eine Keimzelle der Jugendjazzbewegung. Um dabei zu sein, überwinden manche Musiker die höchsten Hürden.

So wie Malte Breustedt, Pianist der Hamburger Formation „Off Limits“. Nach einem Ellenbogenbruch spielt er den gesamten Auftritt nur mit der rechten Hand. „Off Limits“ zeigt stellvertretend, wie viel musikalische Qualität in diesem dreitägigen Treffen steckt, das vom Deutschen Musikrat veranstaltet und unter anderem vom Bundesfamilienministerium gefördert wird.

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Die zehn Hamburger spielen im Saal des Fritz-Henßler-Hauses Eigenkompositionen von Bandleader Martin Löcken (Saxofon). Der Abiturient schreibt ausgeklügelt arrangierte Nummern mit vierstimmigem gemischtem Chor, starker Bläser-Section und eben dem diesmal einarmigen Pianisten.

Junge Musiker aus allen Ecken Deutschlands finden in Dortmund zusammen

Hier und da verrutscht eine Harmonie im Chor und stolpert ein Takt am Schlagzeug - aber diese Musiker sind noch jung und entwicklungsfähig. Das Publikum spendet fleißig Szenenapplaus. Besonders laut ist dieser für Ella Burkhardt, eine der Sängerinnen und hoch talentierte Tochter des bekannten Jazz-Trompeters Ingolf Burkhardt.

Für Begegnung ist zwischen den Sets Zeit. Rund um das Fritz-Henßler-Haus stehen Dresdner, Stuttgarter, Rostocker, Berliner, Kölner beieinander. Heranwachsende mit einer Leidenschaft für eine alte Musikrichtung. Latin, Funk, Swing und mehr, dazu ungewöhnliche Besetzungen: Sie wählen viele verschiedene Wege, um dem Jazz ein junges Gesicht zu geben.

Draußen fachsimpelt der Nachwuchs über Jazz, aber auch über Party-Tipps für Prag oder den weiteren Abend in Dortmund. Am Samstag (1. Juni) gibt es noch weitere „Wertungsspiele“ und Workshops. Am Abend stehen im Domicil die „Jugend jazzt“-Night und die Preisverleihung an.

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Jugend jazzt: Bis Samstag kommen in Dortmund zum Wettbewerb „Jugend jazzt“ die besten deutschen Nachwuch-Jazzcombos zu öffentlichen Wertungsrunden, Konzerten und Sessions zusammen. Von Oliver Volmerich

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