E-Scooter-Anbieter will Bußgelder gegen Rowdys durchsetzen

dzStrafen bis 500 Euro

Tandem-Fahrer, Besoffene, wild abgestellte E-Scooter: Zumindest einer der in Dortmund aktiven E-Mobilitäts-Anbieter droht Nutzern jetzt mit Geldbußen. Die Stadt hilft beim Durchsetzen.

Dortmund

, 05.12.2019, 10:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Seit Sommer diesen Jahres ist Dortmund im E-Scooter-Fieber. Mittlerweile drei Anbieter haben ihre Elektroroller-Flotten im Stadtgebiet abgeladen. Doch das sorgt nicht nur für Fahrspaß bei den Nutzern der flotten Flitzer, sondern mittlerweile auch für Frust und Ärger anderer Verkehrsteilnehmer. Längst haben Ordnungsamt und Polizei alle Hände voll damit zu tun, die unangenehmen Seiten der E-Mobilität einzudämmen.

In jüngster Vergangenheit häuften sich die Verkehrsvergehen der E-Scooter-Fahrer. Da wurde betrunken gefahren, auf Gehwegen gerast oder die Vehikel wild abgestellt. Dem Anbieter Lime reicht's jetzt. Deshalb hat man für die Nutzung der bereitgestellten Roller nun neue Vertragsklauseln aufgestellt.

Hohe Vertragsstrafen drohen

Wer sich ab sofort via Mobil-App am E-Scooter anmeldet, stimmt dem Regelwerk zu. Bei Nichtbeachtung drohen Geldstrafen bis zu 500 Euro und sogar Führerscheinentzug, wie Lime in einer aktuellen Presseinformation mitteilt. Die wichtigsten Regeln dabei lauten:

  • Tandem-Fahren ist verboten. Nur eine Person pro E-Scooter ist erlaubt.
  • Alkohol und Drogen sind tabu. Es gelten die gleichen Promillegrenzen wie bei Kraftfahrzeugen.
  • Für unter 21-jährige und Führerschein-Neulinge in der Probezeit gilt die Null-Promille-Grenze.
  • Auf dem Gehweg und in Fußgängerzonen fahren ist untersagt.
  • Telefonieren ohne Freisprecheinrichtung ist verboten.
  • E-Scooter müssen so abgestellt werden, dass weder Fußgänger, Rollstuhlfahrer oder andere Verkehrsteilnehmer behindert werden.

Ordnungsamt mit im Boot

Bei der Umsetzung der neuen Geschäftsbedingungen erfährt Lime Unterstützung durch das Ordnungsamt. "Die Stadt Dortmund steht in ständigem Kontakt mit den E-Scooter-Betreibern. Missstände, die uns gemeldet werden, geben wir umgehend weiter und die Betreiber reagieren nach unseren Erfahrungen schnell", sagt Stadtsprecher Maximilian Löchter. Es handele sich um eine private Initiative des Anbieters, die von Stadt und Behörden unterstützt würde.

Besonders jenen Scooter-Nutzern, die die Gefährte unsachgemäß parken, geht es jetzt ans Portmonee. Laut Limes aktualisierten Geschäftsbedingungen müssen Fahrer nach der Nutzung ein Foto des abgestellten Fahrzeugs an den Anbieter senden - ansonsten droht ein Bußgeld.

Ob nun die Scooter-Anbieter Tier und Circ Ähnliches wie Lime planen, ist bei der Stadt Dortmund bisher nicht bekannt.

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