DSW rudert zurück: Fahrplan bleibt, Busse und Bahnen fahren auch abends - bis auf eine Linie

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Nach heftiger Kritik hat DSW21 reagiert: Busse und Bahnen fahren in Dortmund weiter wie gewohnt. An einen Verkehrs-Stopp zu Randzeiten ist nicht mehr gedacht. Aber ein Bus fährt nicht mehr.

Dortmund

, 20.03.2020, 14:08 Uhr / Lesedauer: 2 min

Fahrten im Sonntagstakt und gar keine Busse und Bahnen mehr vor 5.30 Uhr und nach 20.30 Uhr - mit diesem am Donnerstag verkündeten Sonderfahrplan zur Corona-Krise hat das Verkehrsunternehmen DSW21 reichlich Kritik geerntet.

Denn vor allem Mitarbeiter in Krankenhäusern oder im Einzelhandel mit Früh- und Spätschichten würden bei diesem Vorhaben auf der Strecke bleiben. Entsprechende Kritik gab es dann auch in den sozialen Medien.

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Am Freitag zog DSW-Chef Guntram Pehlke, der nach eigenen Angaben im Vorfeld nicht von dem Notfahrplan informiert war, die Notbremse: „Wir fahren unseren ganz normalen Fahrplan weiter“, kündigte er in einer Pressekonferenz im Rathaus an. Ausgenommen ist der Nachtexpress, der angesichts des wegen der Corona-Krise nicht mehr vorhandenen Nachtlebens nicht mehr fährt. Und natürlich fahren auch keine Sonderwagen für Schüler. Deshalb ist von einem „Ferienfahrplan“ die Rede.

Abstimmung mit dem städtischen Krisenstab

Auch mit der Stadt waren die geplanten Kürzungen offenbar nicht besprochen worden. Wenn es zu Änderungen am Fahrplan komme, werde man dies auf jeden Fall mit dem städtischen Krisenstab abstimmen, versichert Pehlke. Dort ist DSW21 ohnehin dauerhaft vertreten.

„Wir halten unser umfangreiches Angebot nicht trotz, sondern gerade wegen der Corona-Pandemie aufrecht“, erklärte Pehlke. Dabei wolle man auf jeden Fall dafür Sorge tragen, dass Beschäftigte frühmorgens zum Dienst kommen - so wie es auch die benachbarten Verkehrsunternehmen etwa in Bochum und Essen trotz Sonderfahrplänen vorhaben.

DSW entschuldigt sich

Man habe in den vergangenen Tagen viele Gespräche geführt, um den Bedarf zu ermitteln, sagte der DSW-Chef. „Wir analysieren und bewerten die Situation täglich neu. Dabei lernen wir auch täglich dazu.“ Für Irritationen, die durch die am Donnerstag angekündigte Fahrplanänderung entstanden sind, entschuldigte sich DSW21.

Zudem bittet Pehlke um Verständnis für den Fall von Verspätungen oder einzelnen Ausfällen. Das könne an personellen Engpässen liegen, weil es - unabhängig von Corona - auch bei den Fahrern von DSW21 viele Ausfälle gebe.

Grundsätzlich sieht der DSW-Chef sein Unternehmen aber „in der Krisensituation sehr gut aufgestellt“. Für die verschiedenen Szenarien, die in den nächsten Wochen eintreten könnten, habe man gemeinsam mit den Tochterunternehmen wie DEW oder Dokom kurzfristig umsetzbare Pläne.

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