„Drogenpartys wieder voll im Gange“ - Neue Schutz-Pläne für den Keuning-Park

dzBürgerdienste-Ausschuss

Seit einigen Wochen zerschneidet ein Metallzaun den Keuning-Park – als Schutz gegen Drogenhandel und Prostitution. Die Stadt plant noch mehr, um den Park sicherer zu machen.

Dortmund

, 19.06.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Schilderungen von Levent Arslan, Leiter des Dietrich-Keuning-Hauses in der Nordstadt waren drastisch. Der Bürgerdienste-Ausschuss des Rates erfuhr bei seiner jüngsten Sitzung, was sich dort rund um das Begegnungszentrum im Keuning-Park abspielt in Sachen Drogenhandel und Prostitution – in einem Umfeld von drei großes Kitas, der Skate-Halle und dem Nordbad. „Hier halten sich täglich mehrere Hundert Kinder auf.“

Seit sieben, acht Jahren gebe es dort Probleme mit einer Drogen- und Hehler-Szene, sagte Arslan. Seit das Ordnungsamt wegen anderer Aufgaben in der Corona-Zeit seine zwischenzeitliche Dauerpräsenz im Keuning-Park wieder habe zurückfahren müssen, seien „Alkohol- und Drogenpartys wieder voll im Gange“, so Arslan, auch junge Mädchen würden angesprochen und angeboten. „Es ist eklatant, was dort passiert.“

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Deshalb hatte das Keuning-Haus in Abstimmung mit Polizei und Ordnungsamt bereits Ende April einen Zaun aufgestellt, der den Zuweg zur Leopoldstraße als „beliebtesten Fluchtweg“ der Dealer versperrt, und den Weg zur Uhlandstraße mit einem Tor dichtgemacht.

Sicherheitsdienst

Die Absperrungen waren Anlass für die Grünen, eine Anfrage dazu im Ausschuss für Bürgerdienste zu stellen. Unter anderem fragten sie nach dem „Maßnahmepaket Sicherheit Keuning-Park“, das die Verwaltung angekündigt hatte.

Die Absperrungen gehören dazu. Damit mache das Keuning-Haus ein Areal „klar sichtbar, das von uns mit Hausrecht versehen wird“, erläuterte der Einrichtungsleiter. Ein Sicherheitsdienst soll in Zukunft Platzverweise erteilen können.

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Die Beleuchtung sei bereits mit acht neuen Laternen extrem verbessert und Wege seien neu gemacht worden, berichtete Arslan. Zudem würden Grünflächen aufgearbeitet, der abgewrackte Bolzplatz soll Kunstrasen bekommen, die Skatehalle draußen eine Rampe erhalten. Um im Park präsent zu sein und ihn mehr zu beleben, habe man mithilfe der Bezirksvertretung eine mobile Bühne für Konzerte organisiert.

Videoüberwachung

Die Dealer bunkerten die Drogen „in allen möglichen Ecken“, auch in den Ritzen des Keuning-Hauses, sagte der Einrichtungsleiter. Deshalb wolle man Videokameras am Gebäude installieren. „Wir wollen den Park nicht absperren“, betonte Levent Arslan, „sondern ihn den Bürgern zurückgeben.“

100.000 Euro hat die Bezirksvertretung dafür locker gemacht, 220.000 Euro kommen von den Kulturbetrieben. „Doch das Geld wird nicht reichen“, machte Arslan klar.

Friedrich Fuß (Grüne) wollte wissen, ob das Sicherheitspaket auch sozialarbeiterische Maßnahmen beinhalte. Die Dealer, so Arslan, stammten hauptsächlich aus Guinea (Westafrika). Der Kontakt zur guineischen Gemeinde sei geknüpft. Und die sei bereit, mit den jungen Männern zu sprechen.

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