Drogendealer sollen Kinder als "lebende Drogen-Bunker" beschäftigt haben

Prozessauftakt

Zwei Brüder aus der Nordstadt sollen kiloweise Marihuana verkauft haben. Laut Staatsanwaltschaft beschäftigten sie sogar Kinder, die für sie die Drogen aufbewahrten.

Dortmund

, 18.10.2018, 15:51 Uhr / Lesedauer: 1 min
Drogendealer sollen Kinder als "lebende Drogen-Bunker" beschäftigt haben

Der jüngere der beiden Brüder wurde in Handschellen in den Gerichtssaal geführt. © Martin von Braunschweig

Zum Prozessauftakt vor der 31. Strafkammer wurden die 23 und 18 Jahre alten Brüder in Handschellen in den Gerichtssaal geführt. Beide sitzen seit dem 19. April 2018 in Untersuchungshaft. An diesem Tag sollen sie bei einem Marihuana-Geschäft auf einen Spitzel der Polizei hereingefallen sein, der nur zum Schein Drogen kaufen wollte.

Angeklagte wollen im späteren Prozessverlauf reden

Zu den Vorwürfen wollen sich die Angeklagten erst im weiteren Verlauf des Prozesses äußern. "Danach wird vieles klarer werden", kündigte Verteidiger Jan-Henrik Heinz an. Die beiden Brüder sollen Mitglieder einer größeren Bande gewesen sein, zu denen offenbar auch weitere Familienmitglieder zählten. Einige von diesen sitzen nach Angaben des Gerichts auch schon im Gefängnis.

Mit ihren angeblichen kriminellen Machenschaften sollen die Angeklagten spätestens im März 2017 losgelegt haben. Die Staatsanwaltschaft wirft ihnen vor, größere Mengen Marihuana portioniert und an sogenannte "Läufer" übergeben zu haben. Diese sollen das Rauschgift schließlich grammweise verkauft haben - vor allem im Bereich der Düppelstraße in der Nordstadt.

Spielplatz an der Düppelstraße als Drogen-Zwischenlager?

Den dortigen Kinderspielplatz sollen die Angeklagten zeitweise als Zwischenlager für ihre heiße Ware missbraucht haben. In anderen Fällen gaben sie die portionierten Drogen angeblich auch zehnjährigen rumänischen Kindern, die vor einer polizeilichen Kontrolle natürlich sicherer waren.

Ihre "lebenden Drogen-Bunker" sollen die Angeklagten mit Geldgeschenken und Zigaretten gefügig gemacht haben. Laut Staatsanwaltschaft schreckten sie aber auch vor Schlägen nicht zurück.

Der Prozess wird fortgesetzt.

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