Dortmunds Weihnachtsmarkt kriegt auch im Corona-Jahr die Riesen-Tanne

dzWeihnachtsstadt

Jetzt ist es klar: Der Riesen-Weihnachtsbaum soll auch im anstehenden Winter auf dem Hansaplatz aufgebaut werden. Die Stadt Dortmund wird dafür sogar selbst ins Portemonnaie greifen.

Dortmund

, 29.09.2020, 17:10 Uhr / Lesedauer: 2 min

Mit großer Mehrheit haben Dortmunder Politiker am Dienstagabend (29.9.) dafür gestimmt, den traditionellen riesigen Weihnachtsbaum auf dem Hansaplatz aufzustellen. Das Vorhaben wird noch im Stadtrat besprochen – durch die bereits breite Zustimmung im Ausschuss für öffentliche Ordnung ist aber mit keinem Gegenwind mehr zu rechnen.

Patrick Arens, der Vorsitzende des Schaustellervereins, hat zu Beginn der Sitzung das Konzept für die Weihnachtsstadt 2020 umrissen. Man verzichte komplett auf die Bewerbung im Ausland: „Das ist ein Markt für uns, für Dortmund“, so Arens.

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Definitiv könne man einige Punkte, „die uns liebgeworden sind“, nicht beibehalten, sagte er. Dazu gehören etwa die große Bühne und das Kinderweihnachtszelt – weil Abstände dort nicht zu gewährleisten sind. Der Markt soll sich stattdessen weiter auf der Kampstraße ausdehnen und: „Keine Reihe wird schmaler als sechs Meter“, so Arens. An Glühweinständen soll es fest zugewiesene Plätze geben. Man arbeite an einer App für die Registrierung der Gäste.

„Im Zentrum steht bei allem der Baum“, sagte der Vereinsvorsitzende: „Weil wir ihn auch als Wahrzeichen sehen. Für Dortmund, für den Markt und uns Schausteller selbst.“ Und damit rannte er offene Türen ein.

„Für uns gehört der Baum schlichtweg dazu“, sagte Dirk Goosmann von der SPD. „Das ist ein Aushängeschild, ein Magnet, den wir brauchen“, pflichtete ihm Friedrich-Wilhelm Weber von der CDU bei. Auch vom Infektionsschutzkonzept zeigten sich die Politiker überzeugt.

Die Grünen wollten nicht gegen den Baum stimmen

Mit den beiden größten Fraktionen - es gilt noch die Sitzverteilung von vor der jüngsten Wahl - war die breite Mehrheit schon sicher. Doch auch die Grünen, eigentlich aus ökologischen Gründen Gegner des Gebildes aus zahlreichen einzelnen Bäumen, wollen sich in der Corona-Ausnahmesituation dem Weihnachtsmarkt nicht in den Weg stellen.

„Neben dem BVB ist der Weihnachtsbaum sicherlich identitätsstiftend für die Stadt Dortmund“, sagte Friedrich Fuß von den Grünen und fügte gut gelaunt hinzu: „Wir werden unsere fundamentalistische Opposition, was den Baum angeht, nicht halten können.“ Man wolle den Schaustellern helfen, daher zog man den eigenen Antrag zurück, zugunsten von mehr Buden auf den Baum zu verzichten.

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Die Riesen-Tanne soll in diesem Jahr sogar ausnahmsweise von der Stadt Dortmund bezahlt werden, wie der Ausschuss entschied. So will man die Schausteller entlasten.

Rechtsdezernent Norbert Dahmen sagte, es stehen durchaus noch Mittel zur Verfügung – jetzt sei zu prüfen, wie viel Geld nötig ist. Im Idealfall soll der Stadtrat die Summe schon in der Sitzung am 8. Oktober freigeben.

Keine Ersatz-Veranstaltung außerhalb der City

Überlegungen, einen Ersatz-Weihnachtsmarkt außerhalb der City stattfinden zu lassen, wurden verworfen. Erklärtes Ziel ist es, die traditionelle Veranstaltung in etwas abgewandelter Form zu erhalten. Alles unter dem Vorbehalt, dass die lokalen Corona-Infektionszahlen im erträglichen Rahmen bleiben.

„Jedem ist bewusst, dass es auch kurzfristig wieder zu Ende sein kann“, sagte Patrick Arens. Steigen die Infektionszahlen stark an, müsse man auf eine Unterbrechung oder einen Abbruch der Veranstaltung vorbereitet sein.

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