Dortmunds große Knöllchen-Karte: Hier werden Verkehrssünder am häufigsten erwischt

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Knapp 900 Strafzettel bekamen Dortmunds Zu-Schnell-Fahrer und Falschparker 2018 pro Tag. In welchen Straßen gab es die meisten? Und wie sieht es vor Ihrer Haustür aus? Unsere Karte verrät es.

Dortmund

, 22.07.2019, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Ein paarStundenkilometer zuviel auf dem Tacho, das Auto zulange oder an der falschen Stelle geparkt – ein Knöllchen zu bekommen, kann in Dortmund schnell gehen. Rund 320.000 Strafzettel kassierten Verkehrsteilnehmer 2018 auf Dortmunds Straßen und Parkplätzen, knapp 4,4 Millionen Euro nahm die Stadt dadurch vergangenes Jahr an Bußgeldern ein.

Die 877 Knöllchen, die durchschnittlich jeden Tag in Dortmund anfallen, sind jedoch höchst unterschiedlich im Stadtgebiet verteilt. Während lediglich zwei Hauptverkehrsrouten für mehr als 20 Prozent aller Strafzettel Dortmunds verantwortlich sind, gab es 2018 in weit mehr als der Hälfte aller Straßen der Stadt (61 Prozent) kein einziges Knöllchen.

Nun ist es erstmals möglich nachzuschauen, wie viele Knöllchen es in jeder einzelnen Straße Dortmunds innerhalb eines Jahres gab. Unsere Redaktion hat die Datenbank der städtischen Verkehrsüberwachung für das Jahr 2018 ausgewertet und auf eine Karte übertragen. Die Zahlen umfassen sowohl den ruhenden Verkehr (die klassischen Falschpark-Knöllchen) als auch den fließenden Verkehr (die „Beute“ der stationären Blitzeranlagen und der städtischen Blitzer-Wagen).

Karte: Hier gab es 2018 in Dortmunds die meisten Knöllchen

Je dunkler die Karte eingefärbt ist, desto mehr Strafzettel gab es 2018 in der jeweiligen Straße. Sie können in die Karte reinzoomen, um einen genauen Blick auf Ihr Viertel zu werfen. Aufgrund der großen Datenmenge kann es etwas dauern, bis die Karte vollständig geladen ist. Klicken Sie auf die einzelnen Straßen für mehr Informationen.

Blickt man auf die Karte, stechen Dortmunds Hauptverkehrsadern wenig überraschend hervor: Der einsame Spitzenreiter ist der Westfalendamm mit fast 30.000 Strafzetteln, von denen knapp die Hälfte (13.800) auf die Blitzeranlage stadteinwärts an der Ecke Lübckestraße zurückgehen. Nimmt man die Knöllchen des Rheinlanddamms (8164) noch hinzu, ist alleine die B1 für mehr als zehn Prozent aller Dortmunder Knöllchen verantwortlich.

Da kann nur das zweite Herzstück des Dortmunder Straßennetzes mithalten: der Dortmunder Wall. Alle Wall-Teilstücke zusammengefasst kommen auf mehr als 35.000 Knöllchen aus dem ruhenden und dem fließenden Verkehr, mit einem deutlichen Schwerpunkt im Osten. Das relativ kurze Teilstück mit Ost- und Schwanenwall ist für zwei Drittel aller Strafzettel auf dem Wall verantwortlich, was auch mit den großen kostenpflichtigen Parkplätzen zu tun hat, die intensiv vom Ordnungsamt kontrolliert werden.

Sowohl die Wall- als auch die B1-Knöllchenzahlen dürften dieses Jahr nochmals in die Höhe schießen. Dafür werden die neuen stationären Blitzer sorgen, die am Königs- und am Ostwall und am Rheinlanddamm seit Jahresanfang in Betrieb gegangen sind und schon Tausende Temposünder zusätzlich erwischt haben.

Auch in den Stadtteilen ist das Ordnungsamt aktiv: Sieben der 30 Knöllchen-reichsten Straßen 2018 liegen in den Außenbezirken, angeführt von der Derner Straße (3621 Knöllchen), der Planetenfeldstraße in Dorstfeld (3458) und der Wittbräucker Straße im Süden (2895).

Aktuell überwachen 24 Mitarbeiter des Ordnungsamtes in zwei Schichten den Verkehr in der Stadt, ihre Zahl soll in näherer Zukunft auf 36 steigen. Genug zu tun ist allemal. „In allen Bereichen nehmen die Fallzahlen von Jahr zu Jahr erheblich zu“, schreibt die Stadt auf Anfrage.

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Die Verkehrsüberwachung muss mittlerweile bei weitem nicht nur die kostenpflichtigen Parkplätze in der Innenstadt und den Vorortzentren, Anwohnerparkzonen und Sonderhalteverbote kontrollieren. Auch die ständig steigende Anzahl von Bürger-Beschwerden beeinflusst die Kontrollrouten und -orte von Streifen und Blitzern. Die Verkehrsüberwachung habe aktuell rund 2500 Beschwerde-Orte auf dem Schirm, die sich häufig wiederholen, schreibt das Ordnungsamt.

Generell steige der Egoismus der Verkehrsteilnehmer, dazu gebe es immer häufiger Nachbarschaftsstreits etwa wegen zu wenig Stellflächen auf den eigenen Grundstücken, parallel werden die Fahrzeuge immer größer. „Die Forderung nach stadtweiten regelmäßigen Kontrollen steigt“, schreibt das Ordnungsamt. Die Realität sieht anders aus: „Eine Vielzahl der Kontrollbereiche können nicht regelmäßig – oder nur ein geringer Teil der eingegangenen Beschwerden – kontrolliert werden.“

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