Dortmunds Feuerwehrleute haben städtische Rabatte nicht privat ausgenutzt

Entgegen Vorwürfen

Dortmunds Feuerwehrleute standen im Verdacht, städtische Rabatte privat genutzt zu haben. Der Vorwurf stellte sich nun als falsch heraus. Das herauszufinden, dauerte nur 20 Minuten.

Dortmund

, 28.11.2018, 09:14 Uhr / Lesedauer: 1 min
Dortmunds Feuerwehrleute haben städtische Rabatte nicht privat ausgenutzt

Ein Mini-Tresor der Feuerwehr. Stadt © Stadt

Da hat sich jemand beim Rechnungsprüfungsamt zu weit aus dem Fenster gehängt und seine Arbeit nicht zu Ende gemacht: Die Rede ist von Rabatten für die Feuerwehr, die in der vergangenen Woche für Unmut und Diskussionen im Rechnungsprüfungsausschuss geführt haben. Ein Online-Elektronikhändler hatte der Feuerwehr einen Großkundenrabatt von sieben Prozent eingeräumt und das mit einem Umsatz von knapp 40.000 Euro begründet.

Feuerwehr-Chef hatte sich direkt gewehrt

Eine Auswertung der elektronischen Buchhaltung durch die städtischen Rechnungsprüfer habe aber nur Bestellungen in Höhe von rund 16.000 ausgewiesen. Der Verdacht: Der Restbetrag könnte von Feuerwehrleuten zur Ausnutzung des Rabatts privat bestellt und bezahlt worden sein.

Feuerwehrchef Dirk Aschenbrenner hatte sich sofort gegen „diese Unterstellung“ gewehrt und erklärt, die Differenz von 24.000 Euro resultiere nicht aus privaten Bestellungen, sondern aus Bestellungen anderer Ämter. Die Sache sei von den Rechnungsprüfern nicht bis zu Ende aufgeklärt worden.

Auch andere Ämter haben Waren bestellt

Das hat jetzt Rechtsdezernent Norbert Dahmen übernommen. Auf seine Anfrage hin hat die Stadtkasse nur 20 Minuten gebraucht, um herauszufinden, dass 16 weitere Ämter bei dem Online-Lieferanten bestellt haben und diese Bestellungen zusammengenommen bis auf den Cent genau die knapp 40.000 Euro ausmachten. Dahmen: „Es ist alles bis auf den letzten Cent aufklärbar. Die Feuerwehrleute haben keine Rabatte privat ausgenutzt.“ Warum die Rechnungsprüfer das nicht herausgefunden haben, „dieser Frage werden wir nachgehen“, versicherte Oberbürgermeister Ullrich Sierau.

Auch den Kritikpunkt der Revisoren, die Feuerwehr habe zehn Tresore für die elf Notarztwagen bestellt, obwohl nur einer gebraucht wurde, ordnet Dahmen ein. Es handle sich um Mini-Tresore für Betäubungsmittel, die man als Gebrauchsmittel gleich in größerer Zahl bestelle. Gesamtwert der zehn Tresore: 278 Euro. Dahmen: „Ein Sturm im Wasserglas“. Damit dürfte auch für die Politik das Thema erledigt sein.

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