Dortmunds Einwohnerzahl wächst stark: Aus welchen Ländern zuletzt viele Menschen zuzogen

dzBevölkerungsstatistik

Dortmund hat längst mehr als 600.000 Einwohner. Aktuelle Daten der Stadt bis 2017 zeigen, wie viele Menschen mit welchem Pass nach Dortmund ziehen. Aber auch, dass viele Menschen fortziehen.

Dortmund

, 17.10.2018, 05:45 Uhr / Lesedauer: 3 min

Die 600.000-Einwohner-Marke ist längst geknackt – und die Stadt wächst weiter: Ende September lebten 601.827 Menschen hier. Die Stadt arbeite „seit Jahren auf vielen Ebenen daran, dass Dortmund ein attraktiver Ort zum Wohnen, Leben und Arbeiten bleibt und sich kontinuierlich weiter verbessert“, sagt Stefan Thabe, stellvertretender Leiter des Stadtplanungs- und Bauordnungsamtes. Das schlage sich im Bevölkerungswachstum nieder.

In den vergangenen Jahren kamen viele Syrer

Nach drei regelrechten Boom-Jahren ging die Zahl der Zuzüge 2017 allerdings zurück. Das und andere interessante Entwicklungen zeigen aktuelle, von der Stadt für unsere Redaktion aufbereitete Zahlen aus dem Melderegister. So verzeichnete die Stadt 2017 31.213 Zuzüge – die 29.634 Fortzüge des Jahres subtrahiert, blieben 1579 Neu-Dortmunder übrig.

2014 und 2016 zogen bei ähnlich hohen Fortzügen über 35.000 Menschen neu nach Dortmund, 2015 sogar 37.985; per Saldo wuchs die Stadt im Jahr 2015 um satte 9.093 Einwohner.

Die Mehrheit der Zuzügler waren 2017 Deutsche (15.598). Anders in den Vorjahren: 2016 (17.157 Ausländer/15.392 Deutsche) und 2015 (18.896/16.109) zogen mehr ausländische als deutsche Staatsangehörige zu. Nicht nur aus dem Ausland, sondern auch aus anderen deutschen Kommunen. In den hohen Zahlen spiegelt sich – wenig überraschend – auch die Flüchtlingskrise ab Herbst 2015 wider. So kamen vor allem viele Syrer nach Dortmund: 2981 im Jahr 2015, 4087 in 2016, 1555 in 2017.

Viele Rumänen ziehen nach Dortmund - und wieder fort

Die mit Abstand meisten Menschen, die in den vergangenen Jahren mit ausländischem Pass nach Dortmund zogen, waren jedoch Rumänen: 6131 im Jahr 2014, 4307 in 2015, 2274 in 2016, 2176 in 2017. Viele Zuwanderer stellen die Stadt vor Probleme, sei es wegen karger Sprachkenntnisse, Armut oder fehlender Krankenversicherung.

Die Statistik zeigt für Rumänien aber erstens, dass die Zuwanderung aus dem EU-Land rückläufig ist. Zweitens ziehen auch viele Rumänien wieder fort, sodass per Saldo 2017 lediglich 145 rumänische Neu-Dortmunder übrig blieben. 2016 verließen sogar 441 Rumänien mehr Dortmund als neu dazu kamen.

Natürlich kamen und gingen in den vergangenen Jahren Menschen vieler weiterer Nationalitäten nach Dortmund und von hier weg. In den Diagrammen aufgeführt wurden zur besseren Übersicht nur die zehn Nationen mit den meisten Zuzüglern nach Dortmund. Auf den weiteren Plätzen der Züzügler folgten im Jahr 2017 Kroaten (359), Iraker (336) Ungarn (325) und Serben (219). 2016 kamen 1037 Iraker nach Dortmund. Die meisten Zuzügler mit Pass eines afrikanischen Landes kamen - nach Marokko - 2017 aus Kamerun (162) und Tunesien (144) nach Dortmund.

Viele Zuzügler aus China und Spanien

Beim Blick auf die Zuzügler aus dem Ausland fallen in den oberen Zeilen zwei Länder auf, die nicht jeder dort vermutet: China und Spanien. Im Jahr 2017 zogen 807 Chinesen nach Dortmund. Da auf der anderen Seite nur 542 Chinesen die Stadt verließen, wuchs ihre Zahl in Dortmund deutlich.

Seit Jahren ziehen auch einige hundert Spanier nach Dortmund zu. In Spanien gab es in den zurückliegenden Jahren eine hohe Arbeitslosigkeit, weshalb gerade viele Jüngere ihr Glück in Deutschland versuchten. Hier bildet Dortmund keine Ausnahme. Wobei 2017 (566) weniger Spanier kamen als 2016 (817) – womöglich, weil sich die spanische Wirtschaft erholt hat.

An die 30.000 Menschen verlassen Dortmund jährlich

Interessant beim Blick in die Statistik ist weiterhin, dass seit 2014 jährlich auch an die 30.000 Menschen aus Dortmund fortziehen: 29.254 (2014), 28.892 (2015), 29.743 (2016), 29.634 (2017). Etwa ins Umland: Zuletzt brachte es die Stadt ins Grübeln, dass viele Dortmunder in Nachbarstädte wie Lünen, Castrop-Rauxel und Unna abwandern. Unter anderem, weil sie dort günstiger wohnen. Laut Melderegister zogen seit 2014 jeweils mehr Deutsche aus Dortmund weg, als hinzukamen. Per Saldo: -1.237 (2014), -517 (2015), -1.911 (2016), -1.501 (2017).

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Unterm Strich wächst Dortmund dennoch weiter – was die Stadt trotz Problemen wie Wohnungsmangel begrüße, sagt Stadtplaner Thabe: „Wachsende bzw. stabile Bevölkerungszahlen sind in einer Kommune der Metropole Ruhr ein Zeichen von Prosperität und ganz klar auch ein positiver Imagefaktor.“

Über den Bevölkerungszuwachs freut sich auch Stefan Schreiber, Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer. Dass viele Menschen mit ausländischem Pass kommen, passe zur Tradition des Ruhrgebiets: „Hier hat es immer Zuzug von ausländischen Mitbürgern gegeben.“ Er plädiere dafür, den qualitativen Zuzug auch aus Nicht-EU-Ländern zu fördern, um den Fachkräftemangel abzufedern.

Das Melderegister der Stadt weist neben Deutschen und Menschen anderer Staatsangehörigkeit auch Menschen aus, die heimat- oder staatenlos bzw. unbekannter Herkunft sind. Beispiel 2017: Die Stadt zählte 31.213 Zuzügler, darunter 15.598 Deutsche und 15.396 Ausländer. Bei den verbleibenden 219 Personen kennt die Stadt deren Staatsangehörigkeit nicht.
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