Dortmunds dreistester Autofahrer steht am Freitag vor Gericht

dzTaten wie im Actionfilm

Die Vergehen, die dem BMW-Fahrer vorgeworfen werden, klingen wie aus einem Actionfilm. Und er hat noch mehr auf dem Kerbholz. Einmal musste ihn die Polizei sogar K.o schlagen.

Dortmund

, 22.08.2019, 16:16 Uhr / Lesedauer: 2 min

Die Tat, die dem 33-Jährigen vorgeworfen wird, klingt wie die Handlung eines Actionfilms: Der Fahrer eines BMWs fällt den Beamten auf dem Phoenix-West-Gelände auf, die Polizisten wollen ihn anhalten. Ohne berechtigtes Anliegen darf man sich nämlich dort nicht mit dem Auto aufhalten, heißt es in der Pressemitteilung der Polizei damals.

Der Fahrer ignoriert zuerst die Anhaltesignale, fährt schließlich ran. Als die Polizisten hinter ihm aussteigen, gibt er Gas. Die Flucht führt über die Felicitasstraße in Richtung Innenstadt. Dort geht es über den Krückenweg durchs Kreuzviertel. Am Vinckeplatz verlieren die verfolgenden Polizisten den BMW aus den Augen.

Fahrt endete ausgerechnet vor dem Polizeipräsidium

Allerdings wird wenig später ein anderes Polizeiteam auf den Fahrer aufmerksam: Ausgerechnet auf der Markgrafenstraße hält der BMW-Fahrer an, duckt sich, um nach seinen Verfolgern Ausschau zu halten - ausgerechnet vor dem Polizeipräsidium.

Der Fahrer wird erwischt. Sein Auto ist nicht gültig versichert, außerdem steht er unter Drogen. So geschehen im Dezember 2018. Am Freitag beginnt die Verhandlung gegen ihn vor dem Amtsgericht, wie ein Sprecher am Donnerstag bestätigte.

Das wird ihm vorgeworfen:

Der Angeklagte müsse sich nun wegen vorsätzlichen Fahrens ohne Fahrerlaubnis verantworten. Und weil er nicht anhielt, sondern sich eine Verfolgungsjagd mit der Polizei geliefert hatte, steht eine vorsätzliche Straßenverkehrsgefährdung im Raum, so der Sprecher. Hinzu kommt offenbar der Drogenkonsum.

Damit nicht genug: Der Angeklagte ist einschlägig vorbestraft. Nach Informationen unserer Redaktion war er wegen eines anderen Falls bereits zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt worden, die er zum Zeitpunkt der Tat offenbar noch nicht angetreten hatte.

Die Tat, wegen der er verurteilt worden sein soll, klingt ebenfalls fimreif: Damals fuhr der Mann schwer alkoholisiert in Schlangenlinien durch Dortmund. Eine Verfolgungsjagd gab es damals nicht. Er hatte angehalten – doch als ein Polizist ans Fenster trat, um ihn anzusprechen, gab der Mann offenbar Gas. Der Polizist wurde mitgeschleift. Die Fahrt endete an einem Baum. Der Fahrer musste K.o. geschlagen werden, weil er sich wehrte.

Im Prozess - mutmaßlich einen Monat vor der oben beschriebenen Tat - hatte der Mann sich entschuldigt. Trotzdem wurde die Tat - wegen vieler Vorstrafen, die auch mit seinem Auto zu tun hatten - nicht mehr zur Bewährung ausgesetzt. Auch dieses Mal dürfte die Verhandlung nicht so glimpflich ausgehen.

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