Sascha Mader ist seit Ende 2020 kommissarischer Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Dortmund. © Paul Schneider/Maik Müller
Bundestagswahl

Dortmunds CDU-Chef über Kandidaten-Kür: „Alles andere ist Sozialismus“

Die Entscheidung über den CDU-Kanzlerkandidaten bestimmt die Schlagzeilen. Es gibt viel Kritik an der Art der Entscheidungsfindung. Der Dortmunder CDU-Vorsitzende hält den Weg aber für richtig.

Nach langem internen Gezerre steht die Entscheidung: NRW-Ministerpräsident Armin Laschet wird für die CDU als Bundeskanzler-Kandidat in den Wahlkampf gehen.

Markus Söder (CSU) hat die Entscheidung des Bundesvorstands der Union am Dienstagmittag (20.4.) öffentlich akzeptiert und lässt Laschet den Vortritt.

Sascha Mader, Vorsitzender des CDU-Kreisverbands Dortmund, hat in der Vergangenheit keinen Hehl daraus gemacht, dass er zwar großen Respekt vor Söders Arbeit hat, aber als Nordrhein-Westfale Laschet favorisiert.

Dortmunds CDU-Chef sieht ein „Luxusproblem“

Zugleich sieht er ein „Luxusproblem“ der Union. „Wenn man sich die Auswahl der CDU-Kanzlerkandidaten in der Geschichte der Bundesrepublik ansieht, war das immer relativ einfach“, sagt Mader. Dass nach dem Rückzug von Angela Merkel die Suche nach jemand Neuem nun etwas Zeit in Anspruch genommen habe, hält er nicht für ungewöhnlich.

„Alle Fristen sind selbst gesetzte Fristen“, sagt Sascha Mader. Aus seiner Sicht geht es bei der Kandidaten-Auswahl nicht um die Frage, wer in Umfragen beliebter sei. Schließlich werde der Bundeskanzler nicht direkt gewählt.

„Es geht auch darum, wer die Werte am besten vertritt und wer mehrheitsfähig ist“, sagt der Dortmunder. Mader erinnert daran, dass auch Angela Merkel nie 100-prozentige Zustimmung gehabt habe, sondern für manche auch ein Kompromiss gewesen sei.

„Für konservative Partei ist Zustimmung von 80 Prozent super“

Im CDU-Bundesvorstand hat Armin Laschet eine Zweidrittel-Mehrheit, was gerade einmal das erforderliche Minimum für die politische Handlungsfähigkeit darstellt. Sascha Mader hält das nicht für einen Makel, sondern für eine Stärke.

„Für eine konservative Partei ist eine Zustimmung von knapp unter 80 Prozent super. Alles andere ist Sozialismus.“

Die beiden CDU-Bundestagskandidaten Klaus Wegener und Michael Depenbrock hatten sich am Rande ihrer Nominierung pro Laschet ausgesprochen. Seit Beginn des in der Öffentlichkeit geführte Kandidaten-Duells hatten aber auch Dortmunder CDU-Mitglieder ihre Unterstützung für CSU-Chef Markus Söder deutlich gemacht.

Das Söder-Lager argumentiert damit, dass der bayerische Ministerpräsident bei der Partei-Basis mehr Rückhalt hat als sein Pendant aus Nordrhein-Westfalen. Zwischenzeitlich war deshalb sogar eine Abstimmung unter den über 300 Kreisvorsitzenden im Gespräch, wurde aber wieder verworfen.

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Redaktion Dortmund
Seit 2010 Redakteur in Dortmund, davor im Sport- und Nachrichtengeschäft im gesamten Ruhrgebiet aktiv, Studienabschluss an der Ruhr-Universität Bochum. Ohne Ressortgrenzen immer auf der Suche nach den großen und kleinen Dingen, die Dortmund zu der Stadt machen, die sie ist.
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Felix Guth
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