Dortmunderin vergewaltigt – Sie kannte den Täter über eine Dating-App

Anklage

Vier Monate nach einer mutmaßlichen Vergewaltigung steht ein 24-jähriger Mann ab dem 19. Januar in Dortmund vor Gericht. Sein Opfer soll er über eine Dating-App kennengelernt haben.

Dortmund

, 11.12.2019, 12:27 Uhr / Lesedauer: 2 min
Dortmunderin vergewaltigt – Sie kannte den Täter über eine Dating-App

Der Fall soll ab dem 19. Januar vor dem Dortmunder Landgericht verhandelt werden. © dpa/Bernd Thissen (A)

Ende Juli glaubte eine junge Dortmunderin kurzzeitig, eine neue Liebe gefunden zu haben. Sie hatte über eine Dating-App einen Mann aus Essen kennengelernt. Mehrere Tage lang schrieben sich die beiden Nachrichten auf ihre Mobiltelefone. Irgendwann soll die junge Frau jedoch erkannt haben, dass sie doch nichts ihrem Chat-Partner wissen wollte. Doch das wurde ihr laut Anklage zum Verhängnis.

Über Dating-App kennengelernt

Die Staatsanwaltschaft rekonstruiert den Fall so: Nachdem die Frau die Kontaktdaten des Esseners von ihrem Telefon gelöscht hatte, setzte sich dieser in den Kopf, sie deshalb zur Rede zu stellen. Offenbar hatte die Dortmunderin dem Mann zuvor ihre Adresse verraten. Und diese suchte er nun auf.

An der Wohnungstür soll der Mann zunächst geklingelt haben. Die Frau aber gab ihm zu verstehen, dass sie ihn nicht hereinlassen wolle. In diesem Moment soll der Essener zu einem perfiden Trick gegriffen haben. Laut Anklage gaukelte er der Dortmunderin vor, dass er schlimme Bauchschmerzen habe und mal eben schnell auf die Toilette müsse. Die List ging offenbar auf. Wenig später stand der 24-Jährige in der Wohnung.

Angeblich über Bauchschmerzen geklagt

Dort soll es dann zunächst zu einem Streit gekommen sein. Angeblich wollte der Angeklagte das Telefon der Frau sehen und kontrollieren. Diese wehrte sich jedoch gegen die Herausgabe, so dass der Mann offenbar in die Küche lief und ein Messer an sich nahm. Mit diesem soll er die Dortmunderin dann bedroht haben.

Die Staatsanwaltschaft ist davon überzeugt, dass das Telefon dann aber schnell keine Rolle mehr spielte. Stattdessen soll der Essener die Frau aufgefordert haben, sich auszuziehen. Und obwohl sie mehrfach geäußert haben soll, dass sie nicht wolle und er sie in Ruhe lassen solle, soll es dann zu einer Vergewaltigung gekommen sein.

Angeklagter sitzt in U-Haft

Der Angeklagte sitzt seit der Tat in Untersuchungshaft. Und im Gefängnis könnte er noch eine lange Zeit bleiben, wenn ihm die Vergewaltigung so wie angeklagt nachgewiesen werden kann. Laut Staatsanwaltschaft hatte der 24-Jährige bei der Tat weiterhin das Messer in der Hand, um die Frau zu bedrohen. Das macht die Tat besonders strafbar.

Wer eine Vergewaltigung begeht und dabei eine Waffe bei sich führt, wird mit einer Haftstrafe nicht unter drei Jahren bestraft. Sogar fünf Jahre Haft beträgt die Mindeststrafe, wenn der Vergewaltiger die Waffe bei der Tat auch verwendet. Das Landgericht geht nicht davon aus, den Prozess zügig abschließen zu können. Vorsorglich wurden bereits Verhandlungstage bis Ende Februar angesetzt.

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