30-Jährige übernimmt Geschäft auf der Saarlandstraße – mitten in der Krise

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Es sind schwierige Umstände, aber Alexandra Böckmann hat in einer Anzeige ihren Traumladen gefunden. Die 30-Jährige hat den Schritt gewagt und sich für die Selbstständigkeit entschieden.

Saarlandstraßenviertel

, 16.11.2020, 05:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Eine große Baustelle direkt vor der Tür und eine weiter um sich greifende Pandemie, die viele Menschen am Ausgehen hindert. Das sind wohl nicht die besten Voraussetzungen, um sich erstmals in die Selbstständigkeit mit einem eigenen Laden zu begeben.

Alexandra Böckmann hat genau diesen Schritt aber allen Widrigkeiten zum Trotz gewagt. Die 30-Jährige übernahm vor zwei Monaten den „Blumenkorb“ in der Dortmunder Saarlandstraße. Zwar sagt auch Böckmann, dass „der Augenblick sicherlich nicht der passendste ist“, aber irgendwann käme eine Zeit, in der man sich entscheiden müsse.

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Sich selbstständig zu machen hatte die Dortmunderin nämlich schon länger geplant, zwar nicht unter den aktuellen Voraussetzungen, „als ich dann aber die Anzeige gesehen habe, dachte ich sofort: das ist es. Es ist einfach ein wunderschönes Geschäft und ein wundervolles Viertel. Das war wie gesucht und gefunden.“

Kunden fragten, ob sie etwas vom Bäcker mitbringen sollen

Besonders gefällt Böckmann am Saarlandstraßenviertel die Unterstützung und Hilfsbereitschaft der anderen Ladenbesitzer und Anwohner: „Man hält zusammen und kennt sich untereinander.“ Ihre Kunden haben beispielsweise schon gefragt, ob sie etwas vom Bäcker mitgebracht haben möchte.

Zu dem wohligen Gefühl im Saarlandstraßenviertel gehört für Böckmann auch der Blumenkorb und so wäre es schade, „wenn das Geschäft verschwunden wäre". Auch ihre Vorgängerin, die das Geschäft beinahe drei Jahrzehnte lang geführt hatte, sei froh gewesen, ihren Laden in solchen Zeiten in „vertrauenswürdige Hände“ zu übergeben.

Jahrgangsbeste Floristin in NRW

Beinahe schon eine Untertreibung bei Böckmanns Qualifizierung. 2013 schloss sie immerhin ihre Floristik-Ausbildung als Beste ihres Jahrgangs in ganz NRW ab. Ihr Lebenslauf hilft ihr bisweilen auch, denn manchmal seien Kunden noch skeptisch auf Grund ihres jungen Alters. „Ich sehe auch noch jünger aus, als ich bin. Wir wissen aber was wir tun und wir tun es auch sehr gerne."

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Besondere Vorlieben und Spezialisierungen gibt es beim Blumenkorb nicht. Egal ob Sträuße, Gestecke oder Kränze „eigentlich macht jeder Auftrag Spaß. Am Schönsten ist aber natürlich wenn man sich frei entfalten kann“, sagt sie. Das kreative Arbeiten habe ihr immer schon Spaß gemacht, wie das Gestalten von Objekten oder Räumen.

Trotz Baustelle und Corona: „Werden schaffen das alles!“

Eigentlich wollte Böckmann deswegen auch Innenarchitektin werden, davon gebe es aber im Vergleich zu Floristen zu viele und so könne sie jetzt auch „mit Farben und Formen spielen".

Störend dabei ist nur die große Baustelle auf der Saarlandstraße direkt vor der Tür. Mehrere Kilometer Abwasserkanal müssen erneuert werden. Zwar gehen die Arbeiten schneller voran als geplant, trotzdem sei es bisweilen ärgerlich für das Geschäft:

„Man müsste 500 Meter laufen, um die Straße zu überqueren, da machen viele den Umweg nicht." Außerdem könne man durch die Baustelle auch keine Blumen draußen aufstellen.

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Angst, dass das Geschäft durch die Baustelle oder Corona zu stark beeinträchtig werden würde, hat Böckmann keine: „Wir haben das große Glück, dass wir nicht in der Situation wie im Frühjahr sind, als diese große Ungewissheit herrschte. Wir dürfen öffnen.“

Außerdem seien alle Einschränkungen zeitlich befristet, folglich ist sich Böckmann sicher: „Wir schaffen das alles!“

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