Bauen sich die Stadtwerke hier ein neues Hauptquartier?

dzPläne von DSW21

Ziehen die Dortmunder Stadtwerke (DSW21) eine neue Hauptverwaltung hoch? Ein Grundstück hat DSW21 jetzt gekauft - und überlegt, noch ein anderes städtisches Unternehmen dort unterzubringen.

Dortmund

, 14.02.2020, 04:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Veraltete Haustechnik und schlechte Energiewerte: Die 1970 in Betrieb genommene Hauptverwaltung von DSW21 an der Deggingstraße in der östlichen Innenstadt hat ihre besten Jahre hinter sich. Lediglich die Hälfte der insgesamt

14 000 Quadratmeter Bruttogeschossfläche ist für die rund 280 Mitarbeiter nutzbar. Der Rest sind Technik-, Maschinen- und Heizungsräume, Flure und Fluchtwege. Für Jörg Jacoby, neuer Finanzvorstand von DSW21, ist das ein „ungesundes Verhältnis.“

Weshalb sich DSW21 seit geraumer Zeit mit der Frage beschäftigt, ob ein neues Verwaltungsgebäude hochgezogen oder der bestehende Komplex modernisiert werden soll. Dazu hat nun eine interne Arbeitsgruppe vier Varianten durchgespielt und einen groben Kostenrahmen ermittelt.

Ergebnis: Eine Sanierung bzw. Modernisierung schlüge mit rund 20 Millionen Euro zu Buche. Für einen Neubau mit modernem Standard, zeitgemäßen Arbeitsplätzen und einer angemessenen Energiebilanz müssten rund 42 Millionen Euro investiert werden. Dazu wird als Entscheidungsgrundlage aktuell ein Vorstandspapier vorbereitet, das voraussichtlich im März den DSW21-Aufsichtsrat erreicht.

An die Seite der Konzernmutter

Tenor: Der Zug fährt in Richtung Neubau, der, so das Papier, „grundsätzlich positiv bewertet“ wird. Um voranzukommen, wollen sich die DSW21-Vorstände im Aufsichtsrat die Erlaubnis holen, im nächsten Schritt ein Ingenieurbüro mit einem „Umsetzungskonzept“ und einer ersten Entwurfsplanung zu beauftragen.

Parallel dazu gibt es nach Angaben von Finanzvorstand Jacoby Gedankenspiele, ein weiteres Dortmunder Unternehmen als Mit-Investor für einen Neubau zu gewinnen: Dabei handelt es sich um die Stadtwerke-Tochter Dogewo.

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Das kommunale Wohnungsunternehmen mit rund 130 Mitarbeitern hat seinen Sitz an der Landgrafenstraße und könnte, so die Überlegungen, seinen Standort verlagern und unters Dach von DSW21 schlüpfen – oder sich alternativ mit einem eigenen Neubau an die Seite der Unternehmensmutter setzen.

Bauen sich die Stadtwerke hier ein neues Hauptquartier?

Auch die Dogewo spielt in den Überlegungen von DSW21 eine Rolle und könnte im Falle eines Neubaus ihren Standort an der Landgrafenstraße verlassen. © Beushausen

Erste Gespräche habe es gegeben, bestätigt Dogewo-Geschäftsführer Klaus Graniki. Der Gedanke sei in jedem Fall bestechend. „Auch wir haben Handlungsbedarf und müssen unsere Büroräume nachhaltig aufrüsten“, sagt Graniki mit Blick auf die beengten räumlichen Verhältnisse und die energetische Bilanz des derzeitigen Verwaltungsgebäudes. „Von daher können wir die Idee eines Neubaus nur begrüßten." Eine Entscheidung allerdings ist noch nicht gefallen – weder in die eine noch in die andere Richtung.

Hausherr am Nachbargrundstück

Obendrein müssen sich auch die Stadtwerke zunächst die Karten legen, welcher Standort für einen Neubau infrage kommt. Die zwischenzeitlich gehandelte Variante, auf dem Grundstück des früheren Betriebshofs an der Kreuzung Ophoff („Westfalentor“) zu bauen, scheint wieder vom Tisch, wie Jacoby andeutet.

Dafür richtet sich der Blick auf die Fläche mit der Rewe-Tochter Doego an der Feldstraße: Sie liegt in direkter Nachbarschaft zur DSW21-Hauptverwaltung. Und sie grenzt an das künftige Baufeld entlang der Von-den-Berken-Straße und der Deggingstraße, das DSW21 als neues Wohngebiet herrichtet - und auf dem im Übrigen auch DOGEWO21 bauen soll.

Bauen sich die Stadtwerke hier ein neues Hauptquartier?

Das Doego-Gelände (rechts) gehört inzwischen DSW21 und könnte nach dem Wechsel der Rewe-Tochter zur Westfalenhütte zum Standort für das neue Verwaltungsgebäude werden. © Beushausen

Weil die Rewe-Tochter Doego den Betrieb zur Westfalenhütte verlegt, wird das Grundstück an der Feldstraße bald frei – und könnte Raum für den Neubau sowie für die Mitarbeiterparkplätze bieten. Die Fläche ist rund zwei Hektar groß und gehörte der Stadt und der Bahn AG.

Nun nicht mehr: DSW21 hat das Gelände vor Kurzem gekauft. Sollte es zum Umzug der Stadtwerke von der Deggingstraße auf die frisch erworbene Fläche kommen, ließen sich auch die Mitarbeiterparkplätze an der Deggingstraße für Wohnungsbau vermarkten – das Baufeld würde um einiges größer. „Ende des Jahres soll klar sein, wohin die Reise geht“, sagt Finanzvorstand Jacoby.

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