Dortmunder sind keine Nach-dem-Wind-Kreuzchen-Macher

dzGlosse: Wenn Sie Günna fragen...

Wenn Sie Günna fragen, hat Günna immer eine ganz eigene Sicht auf die Dinge. Immer ehrlich, immer direkt, immer Dortmund. Thema diesmal: die Oberbürgermeister-Stichwahl.

von Bruno Knust

Dortmund

, 26.09.2020, 11:30 Uhr / Lesedauer: 2 min

Hömma, Fritz, ab Montach gilt in Doatmund die altbekannte Lebensweisheit „Wie gewählt - so bekommen“ denn dann hat die Stichwahl fürn neuen OB hoffentlich klare Verhältnisse gebracht.

Grade jetz in Krisenzeiten merkste dat ne OB-Wahl wie ne schmutzige Brille iss wo keiner mehr durchblickt weil uns zu viele aus voller Brust dat Blaue vom Himmel versprechen an dat sie sich Montachs nache Wahl und ersten Kassensturz nich mehr erinnern wolln. Vorde Wahl versprochen und nache Wahl gebrochen iss ja nix Neues und dat es unfair iss Politiker anne Wahlversprechen zu messen weiss der von Haus aus vergessliche Wähler eigentlich auch genau abba er gab seine Partei beide nächste Wahl dann trotzdem widda kreuzbrav seine Stimme.

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Doch diesma scheint dat irgendwie anders zu sein denn die Bürgerschaft hier im Städtchen hat sich im Laufe der Zeit mehr und mehr vergrünt und nich wenige meinen dat dat inne Jahre gekommene Tremonia reif iss für die Wechseljahre. Die Altparteien scheinen sich strategisch sowat wie inne Sackgasse verlaufen zu ham denn sie verlieren nach und nach jede Menge Wähler wat einmal daran liegt dat die CDU und SPD Wähler im Alters-Schnitt zwischen übba 50 und unta 100 Jahre liegen und die Grünen als fast-auch-schon-Alt-Partei sich wie auch imma sie dat geschafft ham ein wirksam hipperen Anstrich verpassen konnten.

Grüne für viele Menschen interessant

Auf eima sindse für die vielen Menschen interessant geworden die sich wegen Klima und Wertewandel möglichst umweltbewusst verhalten wolln odda wenichstens nach außen hin so tun und trotzdem mit ihren SUV zum Flughafen düsen und watte nich unterschätzen darfs iss dat die Fridays for Future Bewegung die Grünen zur Top-Adresse für reihenweise Jung und Erstwähler machte.

Realität und Demographie sind also harte Fakten fürde Vergrünung von Doatmund und dat iss mir wesentlich lieber als die Verbraunung der Stadt abba fürn schwarz-grünes Bündnis so wie die Wahlempfehlung der Grünen fürn Kandidaten vonne Schwatten dat vorsieht fehlte mir selbs als belastbarer Wechselwähler bisher jede Fantasie. Der Weg zur Macht durchs Hinterteil der Grünen macht einem brutal klar dat politischer Aufstieg in Doatmund woll nur mittem Abstieg eigener Positionen erzwingbar iss.

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Hömma, Fritz, ich glaub wir Doatmunda brauchen keine Wahl-Empfehlung egal von wem und egal für wen denn wir ham eigene Köppe und sind keine Abnick-Wähler und erst recht keine nach-dem Wind-Kreuzchen-Macher. Für wählen wie auf Autopilot hammwa vielleicht noch nich zu tief ins vegane Glas geschaut. Prost.

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