Touristikfachwirt Michael Draeger vom Reisecafé Stoffregen in Dortmund zeigt seinen Kundinnen und Kunden entweder im Internet oder in Katalog, welche Reiseziele aktuelle angesagt sind. Außerdem erklärt er, welche Corona-Regeln während und nach dem Urlaub gelten. © Julian Preuß
Reiselust trotz Corona

Dortmunder Reisebüro rechnet noch lange nicht mit Normalität

Die Reiselust kehrt während Corona langsam zurück. Zu dieser Erkenntnis kommen die Reisebüros in Dortmund in den Herbstferien. Trotzdem kämpfen sie gegen Verunsicherung und Vorurteile.

„Wir stehen derzeit bei fünf bis zehn Prozent der Normalität“, sagt Michael Draeger, Touristikfachwirt und Filialleiter des Reisecafés Stoffregen. Er sitzt an seinem Schreibtisch im Laden an der Kampstraße 4A. Draeger tippt auf seiner Tastatur und schickt eine E-Mail an einen Kunden ab. Im Anhang: Informationen zur Aus- und Einreise. Denn die Corona-Pandemie prägt die Reisebranche in den Herbstferien (11.10. bis 23.10.) noch immer.

Draeger: Reisen ist trotz Pandemie möglich

Draeger geht davon aus, dass das auch noch eine Weile so bleiben wird. „Ich denke, dass wir Mitte oder Ende 2023 wieder an den Rande der Normalität kommen“, sagt er. Der Touristikfachwirt vertritt die Meinung, dass Reisen auch in Zeiten einer Pandemie möglich ist – „sofern man sich an die Spielregeln hält“. In den meisten Fällen gebe es keine Probleme, sofern man vollständig gegen das Coronavirus geimpft sei.

Schwieriger sei es allerdings eine Reise für Eltern, deren Kinder noch nicht geimpft werden dürfen. Bislang hatte die Ständige Impfkommission (Stiko) nur eine Impfempfehlung für Kinder ab zwölf Jahren herausgegeben. Für sie gilt dementsprechend eine Quarantänepflicht bei der Einreise, wenn sie aus einem Hochrisikogebiet kommen.

Diese kann beendet werden, wenn das negative Testergebnis bei der Digitalen Einreiseanmeldung übermittelt wurde. Das Freitesten ist erst nach Tag fünf der Einreise möglich. Das fasst das Robert-Koch-Institut (RKI) auf seiner Homepage zusammen.

Beratung soll Ängste und Verunsicherung nehmen

Deshalb gehört für Draeger eine ausführliche Beratung zur Buchung dazu. „Wir versuchen, den Kundinnen und Kunden die Angst und die Verunsicherung zu nehmen“, sagt er. Für diese seien nicht nur die Einreiseregelungen verantwortlich, sondern auch Vorurteile innerhalb der Gesellschaft. Draeger: „Als die Corona-Zahlen im Spätsommer wieder gestiegen sind, wurde dies auf die Reisrückkehrer zurückgeführt. Dabei sorgen die Veranstalter von Pauschalurlauben penibel für die Sicherheit.“

Denn die Reiselust bei den Dortmunderinnen und Dortmundern sei grundsätzlich vorhanden. Und damit auch die Nachfrage. „Allerdings reichen die Kapazitäten der Reiseanbieter nicht aus“, beschreibt Draeger. Christian Hosbach, Geschäftsführer des City-Reisebüros an der Kuckelke 10, verortet diese aktuell bei 60 bis 70 Prozent. „Das ist der richtige Weg, aber immer noch zu wenig“, meint er.

Beliebte Ziele: Kanaren, Madeira und Mexiko

Diejenigen, die sich für eine Reise entscheiden, zieht es im besonders im Herbst und Winter auf die Kanarischen Inseln, nach Madeira, Mexiko, oder in die Dominikanische Republik. Der Dortmunder Flughafen rechnete vor den Herbstferien mit rund 115.000 Fluggästen sowie etwa 730 Flügen zu 59 Zielen. Das ging aus einer Pressemitteilung hervor.

Aktuelle Zahlen liegen dem Flughafen nach der ersten Ferienwoche nicht vor. Dennoch scheint es, als würde sich die Reisebranche Stück für Stück erholen – auch wenn die Normalität noch weit weg scheint.

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