Dortmunder Professor will einen „Muslim-Tag“ in NRW

dzNach dem Kirchentag

Nach dem Kirchentag hat sich der Dortmunder Soziologe Aladin El-Mafaalani für die Einführung eines „Muslim-Tages“ ausgesprochen. El-Mafaalani vertritt öfter provokante Positionen.

Dortmund

, 01.07.2019 / Lesedauer: 3 min

Soll es in Deutschland einen Muslim-Tag geben, bei dem Muslime ähnlich wie Christen bei ihren Kirchentagen ihren Glauben feiern können? Diese Frage beantwortet der Dortmunder Soziologe Aladin El-Mafaalani mit einem eindeutigen „Ja“, wie die Zeitungen der Funke-Mediengruppe in ihren Online-Ausgaben berichten. Und: „Es wäre eine Katastrophe, wenn der erste deutsche Muslim-Tag nicht in NRW stattfinden würde“, wird der Dortmunder zitiert.

Dem Bericht zufolge sollen die entsprechenden Äußerungen auf dem Kongress „Muslimisches Engagement in NRW“ gefallen sein. Dieser fand am Montag (1.7.) in Düsseldorf statt. Rund 200 Teilnehmer aus mehr als 100 muslimisch geprägten Organisationen kamen zusammen, heißt es in einer Pressemitteilung des NRW-Ministeriums für Kinder, Familien, Flüchtlinge und Integration. Anlass war die Eröffnung der bundesweit ersten Koordinierungsstelle für muslimisches Engagement, die ebenfalls am Montag offiziell ihre Arbeit aufgenommen hat.

Die neue Stelle solle gesellschaftlichen den Einsatz muslimischer Bürger „stärker ins öffentliche Bewusstsein rücken und gleichzeitig den Dialog mit der muslimischen Community auf eine breite Basis stellen“, so NRW-Integrationsminister Joachim Stamp (FDP) laut der Mitteilung seines Ministeriums.

Stamp und El-Mafaalani stellten das Konzept der Koordinierungsstelle laut dem Funke-Bericht gemeinsam vor. El-Mafaalani war seit April 2018 Abteilungsleiter in Stamps Ministerium. Zuvor arbeitete er als Professor für Politikwissenschaft und politische Soziologie an der Fachhochschule Münster. Zum 1. Juli wechselt er laut seiner Homepage an die Uni Osnabrück - und soll gleichzeitig die neue Koordinierungsstelle leiten.

Der Dortmunder Professor hat schon früher provokante Thesen vertreten. Unter anderem veröffentlichte er im August 2018 ein Sachbuch mit dem Titel „Das Integrationsparadox - Warum gelungene Integration zu mehr Konflikten führt“.

In dem Werk vertritt er die These, dass das Bildungsniveau von Migranten im Laufe der Jahre gestiegen sei. Mit steigenden Chancen und Möglichkeiten wachse der Teilhabe-Anspruch. Während die erste Generation sich noch mit einem Platz am gesellschaftlichen Rand begnügt habe, forderten jüngere Migranten immer weiterreichende Mitsprache-Rechte und wollten sichtbar sein. Das führe zu Konflikten, denn „(...) mehr Menschen sitzen am Tisch, wollen einen schönen Platz und ein Stück vom Kuchen“. Das sei unvermeidbar. Es sei naiv zu glauben, dass Reibungen ausbleiben, wenn plötzlich Frauen mit Kopftuch und Männer mit langen Bärten mit am metaphorischen Tisch säßen und Beteiligung einforderten, äußerte El-Mafaalani im Mai gegenüber unserer Redaktion.

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