Dortmunder Oberbürgermeister-Wahl wird zum Kopf-an-Kopf-Rennen

Forsa-Umfrage

Wer wird Oberbürgermeister oder Oberbürgermeisterin in Dortmund? Gewählt wird zwar erst am 13. September. Doch eine Forsa-Umfrage spricht eine deutliche Sprache und überrascht.

Dortmund

, 28.05.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min
Das sind die fünf Oberbürgermeister-Kandidaten mit einer Ratsfraktion im Rücken und den größtenteils besten Wahl-Chancen: (v.l.) Michael Kauch (FDP), Daniela Schneckenburger (Die Grünen), Thomas Westphal (SPD), Dr. Andreas Hollstein (CDU) und Utz Kowalewski (Die Linke).

Das sind die fünf Oberbürgermeister-Kandidaten mit einer Ratsfraktion im Rücken und den größtenteils besten Wahl-Chancen: (v.l.) Michael Kauch (FDP), Daniela Schneckenburger (Die Grünen), Thomas Westphal (SPD), Dr. Andreas Hollstein (CDU) und Utz Kowalewski (Die Linke). © Montage Klose

Wirtschaftsförderer Thomas Westphal (SPD) hat derzeit die besten Karten, wenn am 13. September in Dortmund der neue Oberbürgermeister gewählt wird. Den Kampf um den Chefsessel im Rathaus und die Nachfolge von Ullrich Sierau hat er aber noch lange nicht gewonnen. Denn sein Herausforderer, der Noch-Bürgermeister aus dem sauerländischen Altena, Andreas Hollstein (CDU), ist ihm dicht auf den Fersen. Das zeigt eine von Ruhr Nachrichten und Radio 91.2 in Auftrag gegebene repräsentative Forsa-Umfrage.

Die drei aussichtsreichsten Bewerber um das höchste Amt der Stadt sind demnach Thomas Westphal (SPD) mit 35 Prozent, Dr. Andreas Hollstein (CDU) mit 31 Prozent und die derzeitige Dortmunder Schul-, Familien, Kinder- und Jugenddezernentin Daniela Schneckenburger (Grüne), mit 20 Prozent.

Weit abgeschlagen folgen Utz Kowalewski (Die Linke), der parteilose Ingolf Griese und Bernd Schreyner (Die Rechte) mit jeweils 4 Prozent. Schlusslicht ist Michael Kauch (FDP) mit zwei Prozent.

Bei diesen Stimmen-Anteilen würde keiner der Kandidaten auch nur in die Nähe der absoluten Mehrheit kommen. Damit wird es mit großer Sicherheit am 27. September – 14 Tage nach der OB-Wahl – auf eine Stichwahl zwischen den zwei Kandidaten hinauslaufen, die die meisten Stimmen auf sich vereinen können.

Schon einmal bei Stichwahl Ergebnis gedreht

Spannende Stichwahlen hat es schon zweimal in Dortmund gegeben. 1999 war es Dr. Gerhard Langemeyer (SPD), der im ersten Wahlgang dem CDU-Kandidaten Volker Geers in einem fulminanten Wahlkampf unterlag, aber das Ergebnis in der Stichwahl drehte und Oberbürgermeister wurde.

Die Umfrage

Das Meinungsforschungsinstitut Forsa befragte für Ruhr Nachrichten und Radio 91.2 insgesamt 1004 wahlberechtigte Dortmunderinnen und Dortmunder zu ihren Wahl-Präferenzen. Zugrunde gelegt wurden die Kandidaten, die bis zur Auftragsvergabe bekannt waren. Die Umfrage erfolgte im Zeitraum vom 11. bis zum 25. Mai 2020.

Auch bei den letzten Kommunalwahlen 2014 war die CDU noch einmal dicht dran, erstmals den Oberbürgermeister in Dortmund zu stellen. Dr. Annette Littmann zwang damals den amtierenden OB Ullrich Sierau in die Stichwahl, der am Ende nur mit 3,2 Prozent Vorsprung das Rennen machte.

Forsa-Chef Güllner: Noch viele Unsicherheiten

Die neuen Umfrageergebnisse bergen allerdings noch viele Unsicherheiten, betont Forsa-Chef Manfred Güllner mit Verweis auf den geringen Bekanntheitsgrad des Wahltermins und der einzelnen Kandidaten. Corona überlagere auch die Kommunalwahl. So wissen fast drei Viertel der Dortmunder bislang nicht, dass sie dieses Jahr das Stadtoberhaupt und den Rat neu wählen können. „Auch von den Parteianhängern konnte der Kandidat der eigenen Partei nur von einem Bruchteil genannt werden“, so Güllner.

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Dennoch: Die Ratswahl verspricht nicht minder spannend zu werden. In der Umfrage liegen SPD und CDU dichter beieinander als bei der Wahl 2014. Die CDU verbessert sich zwar nur leicht mit 28 Prozent um knapp einen Prozentpunkt, rückt damit aber auf zwei Prozentpunkte an die SPD heran, die nur noch auf 30 Prozent kommt (38,2 Prozent in 2014).

Einen deutlich höheren Stimmenzuwachs können die Grünen verbuchen mit 22 Prozent (15,4), gefolgt von Die Linke mit 7 Prozent (6,8), AfD mit 5 Prozent (3,4) und FDP mit 4 Prozent (2,4).

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