Verteidigerin Ina Klimpke trug das Geständnis vor. © Martin von Braunschweig
Prozessauftakt am Landgericht

Dortmunder missbrauchte eigene Tochter: „Es ist ihm sehr peinlich“

Ein 30-jähriger Dortmunder soll im Sommer 2017 seine damals zehn Jahre alte Tochter mehrfach sexuell missbraucht haben. Beim Prozessbeginn vor dem Landgericht fand er offene Worte zu der Tat.

In mindestens vier Fällen soll es in der Familie zu sexualisierter Gewalt gekommen sein. Wenn der Vater mit seiner Tochter alleine war, soll er sie entkleidet und zu sexuellen Handlungen gedrängt haben. „Er bereut seine Taten zutiefst“, sagte Verteidigerin Ina Klimpke zu Prozessbeginn vor dem Landgericht.

Nach einer einstündigen Unterredung mit seiner Anwältin hatte sich der 30-Jährige zuvor zu einem Geständnis durchgerungen. Damit wolle er seiner Tochter eine Aussage vor Gericht ersparen und selbst dokumentieren, dass er bereit sei, Verantwortung zu übernehmen.

Selbst sprechen möchte der Dortmunder über die Taten jedoch nicht. „Es ist ihm sehr peinlich“, so Klimpke.

Frau sagt als Zeugin aus

Sichtlich unangenehm war es dem Angeklagtem, als seine inzwischen geschiedene Ehefrau aussagte. Der Angeklagte habe sich zwar eigentlich immer gut um sie und seine Kinder gekümmert. Irgendwann habe es dann aber doch solche Probleme gegeben, dass sie sich ins Frauenhaus geflüchtet habe.

Während ihrer Aussage vermied es der Angeklagte, ihr ins Gesicht zu schauen. Kontakt hat er zu seiner Ex-Frau nicht mehr. Auch seine beiden Söhne haben sich von ihm abgewandt. „Im Grunde hat mein Mandant überhaupt keine Familie mehr“, sagte die Verteidigerin.

Der Prozess wird fortgesetzt, den Angeklagten erwartet voraussichtlich eine mehrjährige Haftstrafe.

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