Dortmunder Flughafen und Hauptbahnhof: 4250 Euro Geldstrafen und 120 Tage Haft in einer Woche

dzBilanz der Bundespolizei

Dortmund war in der vergangenen Woche (15. bis 22.11.) ein lohnendes Pflaster für die Bundespolizei. Es gingen ihr zahlreiche gesuchte Personen ins Netz. Manche konnten sich „freikaufen“.

Dortmund

, 23.11.2019, 18:02 Uhr / Lesedauer: 2 min

In nur einer Woche nahm die Bundespolizei zehn gesuchte Personen am Dortmunder Hauptbahnhof und am Flughafen Dortmund fest. Während sich vier ihre Freiheit durch Zahlung einer Geldbuße sichern konnten, wurden sechs Personen in Justizvollzugsanstalten (JVA), beziehungsweise in Polizeigewahrsam oder Jugendarrest gebracht.

So überprüften Bundespolizisten am 15. November um 8.30 Uhr eine 68-jährige Serbin am Flughafen, als sie mit einem Flug nach Belgrad ausreisen wollte. Dabei stellte sich heraus, dass gegen die Frau ein Haftbefehl des Bonner Amtsgerichts vorlag; denn sie war wegen Diebstahls zu einer Geldstrafe von 400 Euro verurteilt. Weil die Frau den Betrag vor Ort begleichen konnte, durfte sie ausreisen. Ihr blieb so eine Ersatzfreiheitsstrafe von 40 Tagen erspart.

Erzwingungshaftbefehl

Zwei Tage später, am 17. November um 15.30 Uhr, ging den Beamten erneut am Flughafen ein 27-Jähriger aus Moldawien ins Netz. Während der Ausreisekontrolle eines Fluges nach Chisinau (Moldawien) stellte sich heraus, dass gegen den Mann ein Erzwingungshaftbefehl des Amtsgerichts in Bielefeld vorlag. Der Mann hatte eine Geldbuße von 1200 Euro nicht gezahlt. Die bezahlte er dann noch am Flughafen – und ersparte sich so 30 Tage „Urlaub“ im Gefängnis.

Am Hauptbahnhof schnappte die Falle einen Tag drauf (18.11.) gleich zweimal zu. Um 5.15 Uhr überprüften die Bundespolizisten einen 30-jährigen Polen im Regionalexpress (RE 1). Auch er wurde mit einem Haftbefehl des Amtsgerichts in Osnabrück gesucht. Wegen Diebstahls war der Mann zu einer Geldstrafe von 500 Euro verurteilt worden. Weil er nicht zahlen konnte, muss er die Strafe nun 50 Tage lang in der JVA absitzen.

Nicht zur Verhandlung erschienen

Um dieselbe Uhrzeit überprüften Beamte der Bundespolizei einen 26-jährigen Deutschen am Haupteingang des Bahnhofs. Er war trotz Ladungen nicht beim Amtsgericht in Detmold erschienen. Deshalb war Haft gegen den Mann angeordnet worden. Zur Vorführung beim Haftrichter kam er ins Polizeigewahrsam.

Am 19. November um 8.50 Uhr versuchte eine 20-jährige Bulgarin mit einem Flug aus Bulgarien kommend am Dortmunder Flughafen einzureisen. Sie war vom Essener Amtsgericht zu einer Geldstraße von 200 Euro wegen Diebstahls verurteilt worden. Sie zahlte und musste so nicht für 20 Tage ins Gefängnis.

Jetzt lesen

Nach einer Schwarzfahrt überprüften Bundespolizisten am 20. November am Hauptbahnhof einen 34-jährigen Rumänen. Der Mann wurde gleich mit zwei Haftbefehlen gesucht. Im Mai 2017 hatte ihn das Bochumer Amtsgericht wegen versuchter Nötigung zu einer Geldstrafe von 300 Euro verurteilt. Gezahlt hatte er die Strafe nie. Stattdessen erfolgte im Februar 2018 eine erneute Verurteilung vom Amtsgericht Hagen. Wegen gemeinschaftlichen Diebstahls sollte er eine Geldstrafe von 1.200 Euro zahlen, was er jedoch auch nicht getan hatte. Die insgesamt 1500 Euro-Geldbuße konnte er nicht zahlen und verbüßt die Strafe nun ersatzweise in Form von 70 Tagen Haft in der Dortmunder JVA.

Steuern hinterzogen

Steuern hatte eine 33-jährige Bulgarin hinterzogen und sollte nach einem Richterspruch des Amtsgerichts Fulda 450 Euro Geldstrafe zahlen – oder 15 Tage Haft absitzen. Als sie am 21. November, 8 Uhr, mit einem Flug nach Sofia ausreisen wollte, wurde sie geschnappt – und zahlte.

Am selben Morgen erwischten die Bundespolizisten eine 16-jährige Schwarzfahrerin aus Soest am Hauptbahnhof. Sie war zu zwei Tagen Jugendarrest verurteilt. die sie nun absitzen muss. Jetzt hat sie noch ein Strafverfahren wegen Schwarzenfahrens obendrauf.

Weil ein 20-jähriger Syrer und ein 28-jähriger Algerier keinen gültigen Aufenthaltstitel vorweisen konnten, nahm die Bundespolizei sie in der Nacht zum 22. November am Hauptbahnhof fest. Die Männer kamen wegen unerlaubten Aufenthalts ins Polizeigewahrsam.

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Großer Umschlagplatz
Drogendealer im Keuning-Park: So will die Stadt das Problem endlich lösen