Dortmunder Einzelhändler melden mehr Kunden – trotz Konkurrenz im Netz

dzCommerzbank-Umfrage

Dem Dortmunder Einzelhandel geht‘s gut. Er blickt optimistisch in die Zukunft, und lockt trotz der Online-Konkurrenz Kunden in die Stadt. Das sagt eine Studie, die aber noch mehr verrät.

Dortmund

, 21.11.2018, 18:17 Uhr / Lesedauer: 2 min

Dortmunder Unternehmer sind mehrheitlich positiv gestimmt: 76 Prozent der Befragten beurteilen die wirtschaftliche Entwicklung ihrer Branche als sehr gut oder stabil. Auch für das bevorstehende Jahr sind 82 Prozent optimistisch.

Zu diesem Ergebnis kommt die fünfte Unternehmerkunden-Studie im Auftrag der Commerzbank. Für die repräsentative Erhebung wurden bundesweit 3500 Einzelhändler mit einem Jahresumsatz von bis zu 15 Millionen vom Meinungsforschungsinstitut Ipsos befragt, davon 50 in Dortmund.

Der Wunsch nach Investitionen für eine attraktive Innenstadt

Damit die Kunden dem Einzelhandel auch in Zukunft treu bleiben, wünscht sich dieser von der Stadt Dortmund vor allem Investitionen in die Attraktivität der Innenstadt (35 Prozent der Befragten, bundesweit sind es 33 Prozent). Auf dem zweiten Platz der Liste steht der Wunsch nach dem Ausbau der Breitbandversorgung. Auf Rang drei rangiert der Wunsch nach mehr Parkplätzen. Rund 40 Prozent der Dortmunder Befragten haben keinerlei Wünsche an die Stadt geäußert.

Die Händler sind aber auch selbst aktiv, um Kunden gerade in Zeiten zunehmender Konkurrenz durch den Online-Handel an sich zu binden: Gut jeder Dritte bietet regelmäßig Rabattaktionen an; gut ein Viertel der Dortmunder Einzelhändler bietet seinen Kunden einen kostenlosen Lieferdienst an. Das sind etwas weniger als bundesweit. Und die Mühe scheint sich zu lohnen: Auf die Frage, wie sich die Kundenfrequenz in den vergangenen fünf Jahren entwickelt habe, sagen 20 Prozent „sehr positiv, deutlich mehr Kunden“ und weitere 25 Prozent „eher positiv, etwas mehr Kunden“. Dennoch: Den zunehmenden Wettbewerb mit Onlinehändlern sehen die Befragten als „größte Herausforderung“ an (55 Prozent). Nicht neu ist, dass Fachkräfte fehlen.

Immerhin 14 Prozent geben aber an, dass die Zahl der Kunden „stark rückläufig“ ist; das sind mehr als im Bundesdurchschnitt (6 Prozent).

Knapp 60 Prozent verkaufen nach wie vor nur im Geschäft vor Ort

Gut ein Viertel der Dortmunder Einzelhändler vertreibt seine Produkte und Dienstleistungen sowohl klassisch vor Ort als auch online, das liegt unter dem bundesweiten Durchschnitt. Knapp 60 Prozent verkaufen nach wie nur im Ladengeschäft. „Da gibt es in Dortmund ein bisschen Nachholbedarf“, sagen die Commerzbank-Direktoren Manfred Nix und Markus Rüdiger. Inzwischen aber vermischt jeder zweite Händler die beiden Verkaufswege, bietet seinen Kunden zum Beispiel an, online zu bestellen und die Ware dann im Geschäft abzuholen.

Digitale Kanäle werden aber nicht nur im Vertrieb, sondern auch für die Kommunikation mit den Kunden genutzt. Klarer Favorit: Facebook mit 41 Prozent. Ein Drittel der Händler bietet einen Online-Newsletter an. Eine eigene Seite im Netz haben aber nur 37 Prozent, das ist weniger als bundesweit: Hier sind es 46 Prozent. Auch hier gibt es offenbar noch Potenzial. „Die Digitalisierung bleibt auch in den nächsten Jahren ein wichtiges Thema“, sagt Manfred Nix.

Es geht nicht ohne Bargeld in der Tasche

Die Deutschen können offenbar im Gegensatz zu anderen Nationen nicht ohne Bargeld in der Tasche: Bei jedem dritten Einzelhandelsunternehmen in Dortmund zahlt die Kundschaft überwiegend in bar. Das sind noch mehr als bundesweit (29 Prozent). Bei 29 Prozent der der Kunden ist die Überweisung das meist verwendete Zahlungsmittel. Mit Giro- oder Kreditkarten wird in Dortmund deutlich seltener bezahl (14 bzw. 6 Prozent).

Entwickelt hat sich auf jeden Fall das Angebot von kostenlosem W-LAN: 43 Prozent der befragten Geschäfte gaben an, dass Kunden kostenlos per W-LAN im Internet surfen können.

Die Umfrage der Commerzbank fand vor allem in diesen Branchen statt: Nahrungs- und Genussmittel, Versicherung und Immobilien, Kfz-Handel- und -reparatur, Bekleidung, Restaurants, Apotheken, Maschinenzubehör, Wohnmöbel, Hotels, Friseursalons
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