Dortmunder Clubs senden Hilfeschrei - und bekommen große Resonanz

dzNeue Interessengemeinschaft

Der erste Facebook-Post der am Montag (15.6.) neu gegründeten Interessengemeinschaft von Dortmunder Clubs wurde in kürzester Zeit knapp 250 Mal geteilt. Die Hilflosigkeit ist groß.

von Daniel Reiners

Dortmund

, 15.06.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 1 min

Die Website, die nur aus weißen Lettern auf schwarzem Hintergrund besteht, wirkt mindestens so trostlos wie die Aussichten der Dortmunder Clubs, die seit Montag (15.6.) mit dieser Seite auf sich aufmerksam machen möchten.

Unter der Adresse www.ohneeuchwirdesstill.de ist eine fortlaufend tickende Uhr zu sehen, die gegen Mittag "93 Tage, 11 Stunden, 23 Minuten und 29 Sekunden ohne euch" abgezählt hat.

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Dahinter steckt eine neu gegründete Interessengemeinschaft von mehr als 90 Dortmunder Clubs, Konzert-Locations, Veranstaltern, Künstlern und DJs. Dazu gehören so bekannte Partystätten wie Oma Doris, Weinkeller, Herr Walter, Piano, Großmarktschänke, Strobels, Junkyard oder Silent Sinners.

Teils Umsatzeinbußen von 100 Prozent

Hintergrund des Zusammenschlusses unter dem Namen "IG Dortmunder Club- und Konzertkultur" ist das geteilte Leid, weil die meisten der beteiligten Clubs seit Anfang März Corona-bedingt schließen mussten und damit zum Teil Umsatzeinbußen von 100 Prozent verzeichnen.

Nur sechs Stunden nachdem die Gemeinschaft in die Social-Media-Welt getreten war, wurde der erste Beitrag bereits knapp 250 Mal geteilt. "Hey Dortmund, ohne euch wird es bald ganz still", heißt es da - nicht mehr und nicht weniger.

"Wir sind überrascht über den schnellen Zuspruch der Internetgemeinde", sagt Yves Gredecki vom Weinkeller Dortmund. Er hat im Namen der Interessengemeinschaft auch einen offenen Brief an die Stadtverwaltung geschrieben.

"Ein Wunsch-Szenario aus der ganzen Aktion wäre für uns, mit der Stadt Dortmund in einen Dialog zu treten und die gemeinsamen Forderungen dort zu präsentieren." Das geht so auch aus dem Facebook-Infotext hervor.

Finanzielle Untersützung gewünscht

Auf die Frage, was genau das Ergebnis dieses Dialogs sein soll, antwortete Gredecki: "Das Wichtigste wäre natürlich eine finanzielle Unterstützung durch die Stadt Dortmund, sowohl in der Krise, als auch bei der Wiedereröffnung nach überstandener Pandemie."

Veranstalter, Künstler oder DJs sollen sich gerne der neuen Interessengemeinschaft anschließen. Außerdem sei man dankbar für jede weitere Unterstützung, um auf die aktuelle Situation von Dortmunder Clubs aufmerksam zu machen.

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