Dortmunder CDU-Spitze und OB-Kandidat haben klaren Favoriten für den Vorsitz der Bundes-CDU

dzBundesparteitag

Der Kreisvorsitzende der Dortmunder CDU, Steffen Kanitz, und OB-Kandidat Dr. Andreas Hollstein haben eine Ahnung, wie der Kampf um den Vorsitz der Bundespartei ausgeht.

Dortmund

, 27.02.2020, 17:32 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wenn die Christdemokraten auf einem Sonderparteitag am 25. April in Berlin ihren neuen Parteichef wählen, wird bei der voraussichtlichen Kampfabstimmung von den Dortmunder Delegierten ein ganz klares Signal kommen.

Favorit des Dortmunder CDU-Kreisvorsitzenden Steffen Kanitz sowie von CDU-Oberbürgermeisterkandidat Dr. Andreas Hollstein ist das Tandem mit NRW-Ministerpräsident Armin Laschet und Bundesgesundheitsminister Jens Spahn. „Gemeinsam sprechen beide breite Teile der Partei an“, sagt Kanitz auf Anfrage dieser Redaktion. Und mit Blick auf den Konkurrenten Merz: „Die CDU braucht keine Flügelkämpfe, sondern ein Team, das integrativ wirkt.“

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Laschet habe bewiesen, dass er das größte Bundesland Deutschlands als Ministerpräsident erfolgreich führen könne. Er nehme die Sicherheits- und Wirtschaftspolitik sehr ernst.

Spahn könne die Innovationsthemen wie Digitalisierung vorantreiben. Kanitz: „Beide sind ein gutes Angebot an die Partei und mittelfristig an die Republik.“ Kanitz geht davon aus, vom gesamten Dortmunder Parteivorstand ein entsprechend „klares Votum“ für den Parteitag am 25. April zu bekommen.

Friedrich Merz – ein Rezept von gestern

Es gibt gleich mehrere Gründe, warum Steffen Kanitz Parteifreund Merz nicht als geeigneten Kandidaten für den Führungswechsel sieht: „Wir können nicht auf die Herausforderungen der Zukunft mit den Rezepten von gestern reagieren.“

Zudem habe Merz in den letzten anderthalb Jahren dazu beigetragen, dass sich die CDU jetzt in diesem Führungsdilemma befinde, „weil er nicht akzeptieren konnte, dass er Ende 2018 nicht Parteivorsitzender geworden ist.“ Trotzdem sieht Kanitz noch eine Chance, dass sich die Wirtschaftskompetenz von Merz am Ende doch in eine Teamlösung einbauen lässt.

Auch Dr. Andreas Hollstein unterstützt das Duo Laschet/Spahn nachdrücklich, „weil die Union in der Mitte gestärkt und nicht in einen unzeitgemäßen Richtungsstreit“ gedrängt werde. Die Brandmauer zur AfD sei wichtig, doch Friedrich Merz für die Bürger nur schwer zu beurteilen, „da er lange nicht in der Politik aktiv war.“

Chance von 60 zu 40 Prozent

Die Chancen für Laschet/Spahn gegen Merz sieht Hollstein bei 60 zu 40 Prozent, „deutlich mehr als bei der Abstimmung zwischen Annegret Kramp-Karrenbauer und Merz Ende 2018.“ Hinter Laschet/Spahn stünden Schleswig-Holstein, Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen, Hessen, das Saarland, Rheinland-Pfalz und Sachsen.

Den vierten Kandidaten Norbert Röttgen haben weder Hollstein noch Kanitz auf der Karte. Hollstein: „Was Röttgen bewogen hat zu kandidieren, weiß ich nicht.“

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