Danjel Raths beim Dreh eines seiner Youtube-Videos. © privat
Nachwuchspolitiker

Dortmunder (12) will Partei gründen – sein Vorbild ist Christian Lindner

Wächst da schon die Dortmunder Polit-Zukunft heran? Der erst 12-jährige Danjel Raths ist optimistisch, eine eigene Partei gründen zu können, auch wenn er noch so manche Hürde nehmen muss.

“Raths, guten Tag.” Schon sehr seriös geht der erst 12-jährige Danjel Raths ans Telefon, aber Seriosität braucht es wohl auch, wenn man eine eigene Partei gründen will. Satzung und Programm sind schon geschrieben, jetzt fehlen nur noch die richtigen Vorstände.

Parteigründer als vermutlich jüngster Deutscher

Der Siebtklässler des Dortmunder Stadtgymnasiums dürfte damit wohl der jüngste Deutsche sein, der eine Partei gründet, zumindest habe er selbst noch von niemandem gehört der jünger gewesen sei.

„Eigentlich dachte ich das geht erst ab 16, dann habe ich mich aber ein bisschen informiert und gemerkt, dass das Alter keine Rolle spielt.“ Im Grundgesetz, das auch das Parteiengesetz beinhaltet, ist lediglich vorgeschrieben, dass es sich bei dem Gründer um eine natürliche Person, also keinen Verein oder Unternehmen, handeln muss.

“Die einem dann die Sachen unterschreiben”

Allerdings gilt es noch ein paar Hürden zu überwinden, bis Danjel und seine Partei Wahlkampf betreiben können. So gibt es zwar keine Mindestanzahl an Mitgliedern, die eine Partei bei der Gründung aufweisen muss, stattdessen braucht es drei Vorstände. Die möchte der Siebtklässler schnellstmöglich auftreiben und damit die Partei auch handlungsfähig ist, sucht Danjel nach Kandidaten, die mindestens 18 Jahre alt sind. Denn klar sei auch, “dass man natürlich Volljährige braucht, die einem die Sachen dann unterschreiben.”

Sein Interesse an der Politik erklärt der 12-Jährige unter anderem auch in eigens produzierten Youtube-Videos: Die Aufgabe von Politikern sei es “zu verändern” und man kann “1000 Gründe nur auf der Straße finden, wieso sich etwas verändern sollte.” Damit spielt der Nachwuchspolitiker auf sorglos weggeworfenen Plastikmüll an und die damit im Zusammenhang stehende Klimakrise.

Bedingungsloses Grundeinkommen als Priorität

Neben dem Klimawandel möchte Danjel sich vor Allem gegen Armut einsetzen und verkündet dabei, schon wie ein Polit-Profi in der ersten Person Plural: “Was wir am meisten anstreben, ist Armut durch ein bedingungsloses Grundeinkommen zu verhindern.” Bei einer kurzen Stippvisite bei den Jungen Liberalen sei ihm aufgefallen, dass er mit dieser Schwerpunktsetzung bei der FDP “völlig fehl am Platz” sei. Deswegen nun die eigene Partei.

Trotzdem bleibt Christian Lindner sein Vorbild, allerdings nicht wegen seiner Inhalte, sondern wegen seines Auftretens. Bei seinen Youtube-Videos macht der 12-Jährige in dieser Hinsicht zumindest schon mal eine glänzende Figur.

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