Dortmund-Tatort „Inferno“ ist ein 90 Minuten langer Albtraum

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War der Tod einer Klinikärztin ein Sexunfall, Rachedelikt oder eine Verdeckungstat? Der 14. Dortmund-Tatort „Inferno“ ist ein 90-minütiger Ausnahmezustand mit heftigen Ausrastern.

Dortmund

, 12.04.2019 / Lesedauer: 3 min

Der Blutdruck von Oberbürgermeister Ullrich Sierau dürfte wieder deutlich steigen, falls er am Sonntag den Dortmund-Tatort guckt. Gleich die Eingangssequenz zeigt die Bilder, die er von seiner Stadt nicht sehen möchte. In einer Straße mit Graffiti-beschmierter Mauer steht ein ausgebranntes Autowrack. Aus einem weiteren Fahrzeug stiehlt ein Junkie ein Lenkrad, beobachtet von Hauptkommissar Peter Faber (Jörg Hartmann), der nach dem Ort seiner Albträume sucht.

„Inferno“ lautet der Titel der mittlerweile 14. Episode. Das abgefackelte Auto zu Beginn lässt grüßen. Doch die Feuersbrünste brennen im Inneren der handelnden Personen, allen voran in der Seele von Faber. Seine Ausraster erreichen einen neuen Höhepunkt.

Viel wurde in Dortmund gedreht

In der Emscher-Ruhr-Klinik wird die Internistin Dr. Gisela Mohnheim im Ruheraum der Notaufnahme tot aufgefunden. Erstickt unter einer Plastiktüte und bis auf die Unterwäsche entkleidet. Selbstmord ist ausgeschlossen, weil der Raum abgeschlossen war. Alles deutet darauf hin, dass es jemand vom Klinikpersonal war, auch wenn Chefarzt und Psychiater Dr. Dr. Andreas Norstädter das ausschließt. Doch jeder hat einen Schlüssel zum Ruheraum. Das Motiv ist ein großes Rätsel: Sexunfall, Rachedelikt, Verdeckungstat?

Gedreht wurde dieses Mal viel vor Ort in Dortmund, vor allem im Klinikum in einem 2012 stillgelegten Operationstrakt und zwei leer stehenden Stationen der Kinderklinik. Die Ermittlungen im Krankenhaus gestalten sich sehr schwierig, stören sie doch den hektischen Betriebsablauf in der Notaufnahme. Zwischen den Fragen der Kommissare wird viel hin- und hergerannt, Türen öffnen und schließen sich. Patienten randalieren. Alle sind überlastet, und für den Zuschauer ist es anstrengend, das anzusehen.

So viele Kranke

Überall herrscht Ausnahmezustand. So viele Kranke. Auch im Ermittlerteam. Nora Dalay (Aylin Tezel) erleidet erneut eine Panikattacke, und ihr schwer traumatisierter Vorgesetzter Faber ist als Psycho-Wrack total am Ende, wirft alles an Tabletten ein, was er kriegen kann. Als er vor der Klinik eintrifft, wird er am Eingang von Sanitätern für einen kranken Obdachlosen oder Drogensüchtigen gehalten: „Wenn Sie Hilfe brauchen, gehen Sie bitte rein.“

Dortmund-Tatort „Inferno“ ist ein 90 Minuten langer Albtraum

Kommissarin Nora Dalay (Aylin Tezel) hat wieder eine Panikattacke. © WDR/Thomas Kost

Kriminalkommissare und Klinikärzte bewegen sich in verwandten Sphären, bilden eine Schicksalsgemeinschaft. Im Krankenhaus geht es wie bei der Mordkommission um Leben und Tod. Auch die Ärzte schlucken Pillen. Wie das Mordopfer. Gisela Mohnheim nahm Psychopharmaka, litt unter seelischen Störungen, hatte Geldsorgen, einen drogensüchtigen Sohn und einen vorbestraften Ehemann, der zur Gewalt neigt.

Unheimlicher Chefarzt

Faber schläft kaum. Er jagt seinen inneren Dämonen nach. Rastlos fahndet er mit einer zerknüllten Straßenkarte nach dem Ort, an dem seine ermordete Frau und seine Tochter am Straßenrand stehen und ihm vor seinem geistigen Auge zulächeln. Hilfe bei der Lösung des Falls und der Erlösung von seinem Trauma verspricht sich Faber von Norstädter, der ihm aber unheimlich ist. Der hat sofort erkannt, dass Faber Antidepressiva nimmt und schlecht träumt.

Dortmund-Tatort „Inferno“ ist ein 90 Minuten langer Albtraum

Schlaflos: Kommissar Peter Faber versucht, zur Ruhe zu kommen, bei einem Bier im Imbiss. Gedreht wurde die Szene in einer Pizzeria an der Hohen Straße. © WDR/Thomas Kost

Vieles wirkt surreal, wie das Krankenhaus, das in fahlem Kameralicht ziemlich abgenutzt aussieht. Unwirklich mutet auch an, dass im Schwesternzimmer der Notaufnahme verletzte Tiere versorgt werden. Es gibt verstörende Experimente mit Plastiktüten.

Dortmund-Tatort „Inferno“ ist ein 90 Minuten langer Albtraum

Pflegerin Lexi Wolter (Lisa Jopt) hilft verletzten Tieren – das weckt das Interesse von Kommissar Peter Faber. © WDR/Thomas Kost

Dieser Tatort ist zwar spannend und gut gespielt, aber völlig überdreht. Faber bricht am Ende zusammen, um dann dem Psycho-Finale buchstäblich entgegenzurasen. Damit endet aber nicht sein Albtraum. Der geht in Episode 15 weiter . . .

Der Tatort „Inferno“ wird am Sonntag, 14. April, um 20.15 Uhr, im Ersten ausgestrahlt.
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