Dortmund zwischen Hoesch-Historie und Roboter-Technik fürs Weltall

dzDortmund vor 30 Jahren

Dortmunder Herzkliniken sind „State of the Art“, genau wie die Astro-Roboter der TU Dortmund. Wir blicken zurück auf die Nachrichten der Dortmunder vor 30 Jahren.

von Beat Linde

Dortmund

, 15.08.2020, 05:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was war heute vor 30 Jahren in Dortmund los? Worüber haben die Menschen gesprochen, was war aktuell? In unserer Serie „Dortmund vor 30 Jahren“ werfen wir für Sie täglich einen Blick in unser Zeitungsarchiv - und lassen die Vergangenheit wieder lebendig werden. Heute: der 15. August 1990.


Dortmund ist das Mekka der Herzkranken

Aus ganz Deutschland pilgerten die Patienten nach Dortmund, um sich in den beiden Herz-Zentren des Johannes-Hospitals operieren zu lassen. Die verantwortlichen Ärzte hatten 1400 Operationen am offenen Herzen zu betreuen und weitere 1200 Patienten durch die „Ballon-Dilatation“ begleitet. Das ist ein Verfahren, bei dem ein aufblasbarer Ballon die Herzgefäße weitet und eine Operation vermieden werden kann.

Prof. Dr. Dr. Hermann Hoffmann, ärztlicher Direkter des Johannes-Hospitals, sagte: „Von Herztransplantationen einmal abgesehen, ist heute alles bei uns möglich, was es an komplizierten Behandlungen am Herzen überhaupt gibt“. Allerdings konnte weder die modernste Technik, noch das beste Personal vermeiden, dass rund 900 Patienten pro Jahr noch auf der Warteliste standen, um auf ihre OP zu warten. Zwar wurden Notfälle direkt behandelt, doch starben auch immer noch Patienten auf der Warteliste.

Jetzt lesen


Dortmunder Roboter erobern das All

Die Universität Dortmund arbeitete schon vor 30 Jahren auf Hochtouren an künstlicher Intelligenz fürs All. Das Projekt „Kontrolle intelligenter Roboter im Weltall“ wurde beauftragt und mit 1,5 Millionen Mark finanziert von der Deutschen Raumfahrt Agentur.

Prof. Dr. Eckhard Freund war überzeugt, „dass ein intelligentes Robotik-System im Weltraum machbar ist“. Aber vor dem Flug ins All mussten die Dortmunder Roboter sich im Space-Lab beweisen, wo ihre Software verschiedene Aufgaben lösen musste: Kollisionsvermeidung, automatische Koordination oder die Berechnung von Umlaufbahnen.


Mutter ersticht ihre beiden Kinder

Ein Familien-Drama ereignete sich in einem Mehrfamilien-Haus in Lindenhorst. Cordula G. hat ihren dreieinhalb jährigen Sohn und ihre sechs Monate alte Tochter erstochen. Die Obduktion des Jungen ergab, dass er schwer vernachlässigt wurde und die Mutter ihn schon mehrfach misshandelt haben musste.

Jetzt lesen

Den Vater, der von alldem nichts mitbekommen haben wollte, hatte Cordula G. vor der Tat im Wohnzimmer eingeschlossen und sich selbst mit den Kindern im elterlichen Schlafzimmer. Erst als es zu spät war, konnte sich der Vater der Kinder mit einem selbst gebauten Dietrich befreien.

Die Staatsanwaltschaft stellte eine stark verminderte Schuldfähigkeit fest, allerdings keine „völlige Schuldunfähigkeit“, weswegen zu diesem Zeitpunkt noch unklar war, ob nach einer möglichen Verurteilung die Angeklagte in eine psychiatrische Anstalt geschickt werden müsste.


Azubis bauen Mini-Stahlwerk

In wochenlanger Schwerstarbeit hatten Auszubildende von Hoesch ein Stahlwerk vergangener Tage rekonstruiert. Vor 100 Jahren hatten die Arbeiter zuletzt so gearbeitet wie es die Azubis zur 650-Jahr-Feier von Hoesch wieder demonstrierten.

Das Miniatur-Stahlwerk sollte dann später weiterziehen ins Hoesch-Museum, damit alle Dortmunder sich ein Bild davon machen konnten, mit welcher physischen Anstrengung damals gearbeitet wurde.

Lesen Sie jetzt