BVB-Profi Rummenigge von Haushälterin bestohlen

dzSerie Dortmund vor 30 Jahren

Ein BVB-Profi wurde von der eigenen Haushälterin bestohlen und Hoesch-Mitarbeiter können während des Kriegs den Irak nicht verlassen. Das waren die Nachrichten der Dortmunder vor 30 Jahren.

von Beat Linde

Dortmund

, 22.08.2020, 06:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was war vor 30 Jahren in Dortmund los? Worüber haben die Menschen gesprochen, was war aktuell? In unserer Serie „Dortmund vor 30 Jahren“ werfen wir für Sie einen Blick in unser Zeitungsarchiv – und lassen die Vergangenheit wieder lebendig werden. Heute der 22. August 1990:

Rummenigge bestohlen

Es war ein Schock für Michael Rummenigge, als der ehemalige Mittelfeldspieler des BVB einen Anruf von seiner Bank bekam. Eine Frau hatte kurz zuvor einen Scheck über 5000 Mark eingereicht, auf dem Rummenigges Unterschrift gefälscht worden war. Wie sich herausstellte war die Frau, die in der Kreisparkasse München den Scheck einlösen wollte, Rummenigges Haushälterin.

Sie selbst hatte das Scheckbuch aus dem Haus der Rummenigges gestohlen und die Unterschrift gefälscht. Des Weiteren hatte sie aus dem Haus des Mittelfeldspielers im Dortmunder Süden einen Brief-Umschlag mit 3800 Mark geklaut, der in einem Bücherregal gelegen hatte.

Ursprünglich wollte Rummenigge auf eine Anzeige verzichten, weil die Haushälterin versicherte, das Geld zurückzuzahlen, da das aber nie passierte, zeigte er sie schließlich doch an.

Hoesch-Mitarbeiter hängen im Irak fest

1990 tobte der Irak-Krieg, die Ruhr Nachrichten schrieben auf der Titelseite: „Bush bleibt hart: US Reservisten einberufen“, aber auch für eine Gruppe Dortmunder Hoesch-Mitarbeiter hatte der Krieg ungeahnte Konsequenzen. Seit dem Angriff irakischer Truppen auf Kuwait saßen sie im Irak fest, ohne die Möglichkeit der Ausreise, denn die Regierung in Bagdad verweigerte ihnen diese.

Kontakt zu den 6 Männern gab es nur spärlich. Laut eigener Aussage fehlte es ihnen nicht an Nahrungsmitteln und sie konnten sich auch frei in den Landesgrenzen bewegen. Trotzdem wurde mit jedem Tag die Lage auch für die Dortmunder Angehörigen immer angespannter.

Thyssen Wagner Jubiläum

Die Mitarbeiter eines anderen Dortmunder Industrie-Giganten feierten ein besonderes Jubiläum: 125 Jahre Thyssen Wagner. 1865 ging das damals kleine Werk aus einer Konkursmasse hervor. Heinrich Oskar Wagner stiftete damals, als alleinig haftender Gesellschafter, seinen Namen.

Rund 40 Mitarbeiter hatte das Werk damals, das nicht lange auf seinen ersten Großauftrag warten musste - was für das weitere Fortbestehen immens wichtig war. Zu Beginn war das Werk auf Drehbänke spezialisiert. 1990, 125 Jahre später, hatte sich Thyssen Wagner auf Ringwalzmaschinen spezialisiert und war unter anderem Zulieferer für die Ariane-Rakete der ESA und für den Transrapid

Gefällte Bäume empören Politiker

An der Buschmühle, in der Innenstadt-Ost, provozierten 18 gefällte Bäume eine Woge der Empörung. Von einem „Schildbürgerstreich“ war die Rede und „einer Unverschämtheit“. Die Politiker waren sich, von Grünen über SPD bis CDU einmal einig, dass die Bezirksverwaltung es verbockt hatte.

18 Bäume wurden gefällt, um Platz für einen Parkplatz zu machen, erst danach hatte die Verwaltung die Zuständigen in der Politik benachrichtigt. In einer ersten Anfrage war nicht einmal die Rede von gefällten Bäumen, wie der Grünen Politiker Wolfang Brügge sagte. Es standen also zwischen Verwaltung und Politik frostige Zeiten bevor.

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