14-Jähriger mit unglaublicher Einbruchsserie

dzSerie „Dortmund vor 30 Jahren“

Hoher Besuch aus der UdSSR und ein massiver Abfall der Kriminalitätsrate in einem Teil der Stadt durch einen Polizei-Zugriff: In unserer Serie „Dortmund vor 30 Jahren“ blicken wir für Sie zurück.

von Beat Linde

Dortmund

, 26.07.2020, 12:00 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was war heute vor 30 Jahren in Dortmund los? Worüber haben die Menschen gesprochen, was war aktuell? In unserer Serie „Dortmund vor 30 Jahren“ werfen wir für Sie einen Blick in unser Zeitungsarchiv - und lassen die Vergangenheit wieder lebendig werden.

26. Juli 1990: 14-Jähriger bricht in 100 Pkw ein

Der Polizei gelang im Dortmunder Osten ein wahrer Coup: Sie schnappte eine 41-köpfige Jugendbande, die Hunderte Einbrüche und Raubüberfälle zu verantwortet hatte. Ein 14-Jähriger soll dabei einer der Haupttäter gewesen sein, er allein brach wohl in über 100 in Pkw ein und verursachte, wenn die Bedeute nicht groß genug war, etliche Sachschäden.

Unterstützt wurde die Bande von einem Hehlerring, der die Beute direkt weiter verkaufte. Allerdings waren auch manche Opfer nicht ganz unschuldig, sondern selbst auf einen Versicherungsbetrug aus. Durch den (in ihrem Alter wohl üblichen) Mangel an Professionalität gingen die Jugendlichen der Polizei letztlich ins Netz: Sie stritten sich lauthals auf der Flucht nach einem Einbruch. Ein Erfolg auch für die Statistiken der Beamten: Um 60 Prozent ging die Kriminalitätsrate laut Bericht im Dortmunder Osten zurück, seit die Ermittlungen der Polizei in diesem Fall liefen.

Hoher Besuch

Der stellvertretende Ministerpräsident der UdSSR, Prof. Leonid Abalkin, war mit seiner Delegation zu Besuch in Dortmund. Der ehemalige Vorsitzende der sowjetischen Kommission für Wirtschaftsreformen sah in der Entwicklung der Stadt ein mögliches Vorbild für die UdSSR.

Die Delegation zeigte besonderes Interesse an den Abläufen und Ergebnissen des Technologie-Zentrums sowie den zu erwartenden Kosten und den entstehenden Arbeitsplätzen. Schon eine Woche später sollte auch einer der persönlichen Berater Gorbatschows nach Dortmund kommen.

Der Misthaufenstreit

Die Gesuche von Familie Fulst, ihr Nachbar möge doch den übergroßen Misthaufen direkt vor ihrem Grundstück entfernen, stießen bei dem Landwirt auf taube Ohren. Und auch der Gang zu den Behörden brachte keine Besserung. Es schien juristisch nämlich nicht eindeutig geklärt zu sein, ob besagter Fall nun mithilfe des Wasserschutzgestzes zu lösen sei, ob er unter das Abfallrecht fällt oder ob nicht doch das bürgerliche Gesetzbuch zuständig ist. Auch das Umweltamt kommentierte: „Wir haben wahrlich dringendere Probleme.“ Und so blieb es in Brechten bei der unfreiwilligen Nachbarschaft mit einem Misthaufen.

Kinder gegen Autos auf dem Schulhof

Der Schulhof der Elsa-Brandström-Schule könnte zu einem Parkplatz werden. Das befürchteten zumindest die jungen Demonstranten, die mit den Vereinen des Stadtteilzentrums versuchten, sich kreativ zu wehren. Die Schule sollte zu einer Abend-Realschule umfunktioniert werden. Die Sorge war nun, dass die deutlich älteren Schüler mit dem Auto zur Schule fahren würden und die letzte Möglichkeit im Westparkviertel für großflächiges Spielen - der Schulhof nämlich - damit zugeparkt würde.

Höhepunkt der Demonstration war ein Völkerballspiel, in dem die eine Mannschaft als Autos verkleidet gegen die Kinder spielte - hier gewannen die Kinder gegen die Autos.

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