Flüchtender Bankräuber und Schoko-Osterhasen-Maschine für die Sowjets

dzDortmund vor 30 Jahren

Dortmund bleibt im regen Austausch mit Moskau und ein Bankraub versetzt Hörde in Schrecken. Wir blicken in unserer Serie „Dortmund vor 30 Jahren“ zurück auf die Nachrichten des Tages.

von Beat Linde

Dortmund

, 31.07.2020, 08:20 Uhr / Lesedauer: 2 min

Was war heute vor 30 Jahren in Dortmund los? Worüber haben die Menschen gesprochen, was war aktuell? In unserer Serie „Dortmund vor 30 Jahren“ werfen wir für Sie täglich einen Blick in unser Zeitungsarchiv - und lassen die Vergangenheit wieder lebendig werden. Heute: der 31. Juli 1990.


Dortmunder Lokal-Fernsehen vor dem Aus

Von 1985 bis 1990 waren die Dortmunder in einer medial privilegierten Situation. Sie wurden von drei Tageszeitungen, einem Lokalradio und einem Lokal-TV-Sender informiert. Letzterer stand an diesem Tag vor 30 Jahren allerdings auf dem Prüfstand, 10 Millionen Mark jährlich wurden dem WDR-Intendanten Nowottny zu viel.

Der Rundfunkrat musste nun entscheiden, wie es weitergeht, wobei die 60 Mitarbeiter in jedem Fall weiterbeschäftigt werden sollten. Der Fall wanderte sogar bis vor das Bundesverfassungsgericht. Private Medienhäuser reklamierten einen unfairen Wettbewerbsvorteil für den WDR.

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Schoko-Osterhasen-Maschine für die UdSSR

Es war der zweite Besuch eines Sowjet-Politikers in Dortmund in einer Woche. Prof. Dr. Abel Aganbegan, ranghöchster Berater Gorbatschows, besuchte das Fraunhofer-Institut. Neben trockeneren Themen, wie die Weiterbildung zukünftiger sowjetischer Manager, durch Dortmunder Experten, war eine Maschine, die Schoko-Osterhasen in Goldfolie einwickelt, von besonderem Interesse.

Bis dahin wurden die Süßigkeiten noch per Hand verpackt, die Maschine war also echte Neuerung. Einige Wochen später sollten Dortmunder Experten in die UdSSR fahren, um über einen möglichen Austausch von Know-How und Fachkräften zu verhandeln.

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Großbrand in Teppichlager

Vier Löschfahrzeuge und 60 Feuerwehrmänner kämpften den ganzen Tag gegen die Flammen in einem Teppich-Großhandel an der Martener Straße. Die Rettungskräfte mussten das Dach des Gebäudes öffnen, damit das Feuer sich nach oben ausbreiten - und nicht auf die anliegenden Häuser überspringen konnte.

Wie schon bei dem Großbrand im Westfalenpark in der gleichen Woche, gefährdeten giftige Dämpfe die Anwohner. PVC-haltige Teppiche, Lacke und Klebstoffe fingen Feuer. Der Geschäftsführer, der den Brand selbst meldete, verletzte sich leicht, der Schaden für sein Geschäft belief sich allerdings auf über eine Million Mark.

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Aus Kiosk wird Biergarten

Der Kiosk am Westpark sollte umgebaut und zu einem Biergarten werden. Café Erdmann sollte die neue Gastronomie heißen, nach Eigentümer Klaus Erdmann. Rund 50 Sitzplätze waren für den Außenbereich angedacht und 35 für den Innenbereich.

Für Klaus Erdmann war es gleichzeitig ein neuer Weg in die Selbstständigkeit, den er mit Unterstützung des Wirtschaftsförderungsamtes beschritt. Die Eröffnung sollte dann im nächsten Jahr über die Bühne gehen.


Bankraub in Hörde

Ein Bankraub versetzte die Anwohner in Dortmund Hörde in Schrecken. Der Täter bedrohte eine ältere Kundin der BfG Bank mit einem 25 Zentimeter langen Küchenmesser und erbeutete 22.000 Mark. Auf der anschließenden Flucht wurde er von Passanten beobachtet, die direkt die Polizei verständigten.

Der Täter wurde in einem Hochhaus an der Wilhelm-Schmidt-Straße vermutet, weswegen die Polizei die ganze Region absperrte. Bei der anschließenden Durchsuchung des Gebäudes wurde der Täter allerdings nicht gefasst.

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