Billig verkaufen, statt wegwerfen: Diese Läden bieten günstiges Essen bei „Too Good To Go“

dzGegen Verschwendung

Mit der App „Too Good To Go“ kommen Nutzer zu günstigen Preisen an gute Lebensmittel, die sonst im Müll landen. Wir haben den Service in Dortmund getestet und verraten, welche Läden dabei sind.

Dortmund

, 19.06.2019 / Lesedauer: 3 min

Dienstag, 19.40 Uhr, an der Grilltheke im Rewe an der Möllerbrücke – gehüllt in Bratenduft: Vor unserer Autorin stehen zwei Studenten, die der Verkäuferin ihr Handy vorhalten. Daraufhin die Frage: „Krustenbraten, Leberkäse oder Hähnchen?“ Sie nutzen „Too Good To Go“ und bekommen für 1,80 Euro das, was am Ende des Tages noch in der Theke ist.

Die App vernetzt Händler, Bistros, Hotels und Restaurants mit Menschen, die Essen vor der Mülltonne bewahren wollen. Das Ergebnis ist eine „Win-Win-Win-Situation“: Essen zum reduzierten Preis für die Kunden, weniger Verschwendung für die Betriebe und Ressourcenschonung für die Umwelt.

„Wir haben 15.000 Kunden in Dortmund“

In Dortmund beteiligen sich über 30 Betriebe mit „Too Good To Go“ an der Lebensmittelrettung. Der erste Partner war der Marokko-Shop in der Münsterstraße, der neueste das Mercure-Hotel Dortmund Messe. „Wir sind in Dortmund sehr stark gewachsen in den letzten zwei Jahren. Wir haben 15.000 Kunden in Dortmund. Dadurch haben wir es geschafft, in unseren Läden bereits 29.000 Mahlzeiten zu retten. Das entspricht 72,5 Tonnen an eingespartem CO2“, teilt das Unternehmen mit Sitz in Berlin auf Nachfrage mit.

Jetzt lesen

Als unsere Autorin an der Reihe ist, ist der Krustenbraten weg, aber es gibt noch reichlich andere Grillware, und auch vom Tagesgericht ist noch was da. Für ihr Geld, das sie bereits am Vormittag bei der Bestellung über die „Too Good To Go“-App via Paypal bezahlt hat, bekommt sie 370 Gramm Leberkäse, die sie sonst 2,95 Euro gekostet hätten. Und weil noch so viel übrig ist und sie an diesem Tag die letzte „Too Good To Go“-Kundin ist, bekommt sie ausnahmsweise vier Hähnchenkeulen dazu.

Billig verkaufen, statt wegwerfen: Diese Läden bieten günstiges Essen bei „Too Good To Go“

Das gab es bei unserem Test mit "Too Good To Go" von der Grilltheke im Rewe Sanecki an der Möllerbrücke. © Christin Mols

Rewe-Inhaber Lukas Sanecki sagt, die Resonanz auf die App sei sehr gut. Mit seinem Markt ist er seit September 2015 dabei. Jeden Tag bietet er fünf unverkaufte Portionen von der Grilltheke an, die zwischen 19 und 20 Uhr abgeholt werden müssen. Mittags könne die Portionenzahl noch angepasst werden, falls sich abzeichnet, dass noch mehr oder weniger übrig bleiben wird. „Warum wegwerfen? Das Essen schmeckt aufgewärmt auch am nächsten Tag noch gut“, sagt Sanecki. Fakt ist aber auch: Was abends nicht an „Too Good To Go“-Nutzer geht, landet trotzdem in der Mülltonne.

Dies sind die Partner von „Too Good To Go“ in Dortmund:


  • Moza‘ Bakery, Hohe Straße 6
  • 4 x Backwerk (Wißstraße 7, Hermannstraße 53, Gablonzstraße 1, Köln Berliner Straße 15)
  • 2 x Nordsee (Thier-Galerie, Westenhellweg 60-62)
  • Dean&David, Silberstraße 21
  • 2 x Mu-Kii (Kleppingstraße 22, Am Kai 8)
  • Basic Bio-Supermarkt, Weddepoth 2-4
  • WISAG im BIGbreak, Rheinische Straße 1
  • 8 x Bäckerei Brinker (Chemnitzer Straße 95, Schützestraße 90, Schillerstraße 49, Oesterholzstraße 33, Oesterholzstraße 73, Hafenpromenade 1, Bayrische Straße 97, Schiffhorst 225)
  • 3 x Rewe (Landgrafenstraße 153, Ritterhausstraße 65, Märkische Straße 75)
  • Ceylon Imbiss, Annenstraße 1
  • Back Oase, Rheinische Straße 96
  • Marokko Shop, Münsterstraße 68
  • Mercure Hotel Dortmund Messe, Strobelallee 41
  • 3 x Superbiomarkt (Westfalendamm 285, Harkortstraße 18, Brackeler Hellweg 123)
  • Espresso Perfetto, Rudolf-Platte-Weg 6
  • 3 x Real (Deutsche Straße 4, Wulfshofstraße 6, Schleefstraße 15)
  • Biskotto Café und Bistro, Martin-Schmeißer-Weg 3b
  • Ibis Hotel Dortmund West, Sorbenweg 2
Schlagworte:
Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Gegen Lebensmittelverschwendung

„Foodsharing“: Diese Dortmunder retten Lebensmittel vor der Mülltonne

In Deutschland landen jedes Jahr Millionen Tonnen Lebensmittel im Müll. In Dortmund gibt es viele Menschen, die das ungeheuerlich finden – und aktiv werden. Wir haben sie begleitet. Von Christin Mols

Lesen Sie jetzt
Hellweger Anzeiger Verdienst von Abgeordneten

Nebeneinkünfte? Diese Zusatz-Jobs haben Dortmunds Bundestagsabgeordnete

Hellweger Anzeiger Biergarten-Check

Biergarten-Idylle in der Innenstadt lässt die benachbarte Hauptstraße vergessen

Hellweger Anzeiger Verbrannte Paketsendungen

Hermes-Wagen geht in Flammen auf - Wer bezahlt die zerstörten Pakete?

Meistgelesen