Aktivisten gegen Thor-Steinar-Geschäft stellen sich auf viele Demos ein

Demonstration in der City

Bei der ersten Demo gegen das neue Thor-Steinar-Geschäft in der City stellte das Blockado-Bündnis klar: Es werden noch einige Demonstrationen folgen. Auch einige Neonazis waren unterwegs.

Dortmund

, 30.07.2020, 20:43 Uhr / Lesedauer: 2 min
Mit Bannern und Plakaten demonstrierten über 100 Aktivisten am Donnerstag, 30. Juli, auf der Kuckelke.

Mit Bannern und Plakaten demonstrierten über 100 Aktivisten am Donnerstag, 30. Juli, auf der Kuckelke. © Oliver Schaper

Zwischen 100 und 200 Demonstranten waren es, die sich am Donnerstagabend, 30. Juli, auf der Kuckelke versammelten, um gegen den neuen Thor-Steinar-Laden am Alten Burgwall zu demonstrieren.

Auf Höhe des Durchgangs, der zu dem neu eröffneten Geschäft führt, protestierten sie mit Redebeiträgen, Plakaten und Bannern gegen die Marke, die vor allem bei Neonazis beliebt ist und sich immer wieder nationalistischer und völkischer Symbolik bedient.

Es ist der zweite Versuch der Marke, in Dortmund Fuß zu fassen. Eine Filiale am Brüderweg wurde im November 2019 von der Stadt Dortmund wegen Brandschutzmängeln geschlossen. Gegen dieses Geschäft hatte es wochenlang Proteste gegeben.

Die Aktivisten rund um das Bündnis Blockado, die die Demo veranstalteten, machen sich keine Illusionen: „Wir müssen nicht so tun“, sagte ein Sprecher ins Mikrofon, „als könnten wir mit nur einer Demo heute etwas erreichen“, sagt er. Aber 2019 habe auch gezeigt, was man durch Beharrlichkeit bewirken könne.

Weitere Demos angekündigt

Auch einige Mitglieder der rechten Szene in Dortmund trieben sich im Umfeld der Demo rum, blieben jedoch auf der anderen Seite des Durchgangs, in dem wiederum einige Polizisten einen Puffer bildeten.

Nach rund 30 Minuten endete die Demo ohne Zwischenfälle, wie auch eine Polizeisprecherin vor Ort bestätigte. Die Veranstalter kündigten jedoch weitere Demos an - auch wenn noch keine Termine feststünden.

Der Vermieter der Immobilie am Alten Burgwall hatte den Betreibern bereits gekündigt, als er erfuhr, dass seine Mieter bei Neonazis beliebte Kleidung verkaufen, die sich rechtsradikaler Symbolik bedient. Er hat nach eigenen Angaben nichts davon gewusst, als er den Mietvertrag unterschrieb. Laut einem Bericht des WDR hat der Anwalt des Betreibers dagegen Widerspruch eingelegt.

Bezüge zu Nationalsozialismus und Kolonialzeit

Neben den Aktivisten von Blockado positioniert sich auch die Stadt Dortmund gegen die Eröffnung des Ladens. Man werde, „alles in unseren Kräften stehende tun, um zu verhindern, dass Thor Steinar in Dortmund Fuß fasst“, erklärte ein Stadtsprecher in dieser Woche.

Der Sonderbeauftragte der Stadt Dortmund für Vielfalt, Toleranz und Demokratie, Manfred Kossack, erklärte im Gespräch mit der Redaktion, dass die Kleidung von Thor Steinar „eindeutige Bezüge zur nationalsozialistischen Ideologie, Gewalt und Kolonialgeschichte“ habe.

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