Domina „Lady Mary" weint nach Vergewaltigungs-Freispruch Tränen der Erleichterung

Gerichtsurteil

„Der Albtraum soll endlich vorbei sein", sagte „Lady Mary" kurz vor dem Urteil. 20 Minuten später war es soweit: Die Dortmunder Domina wurde vom Vorwurf der Vergewaltigung freigesprochen.

Dortmund

, 15.11.2018, 15:41 Uhr / Lesedauer: 2 min

Wegen Betruges sitzt die Angeklagte schon seit Monaten im Gelsenkirchener Frauengefängnis. Dort soll sie sich zuerst mit einer anderen Gefangenen angefreundet haben. Und kurz darauf, das ist Fakt, waren die beiden Frauen ein Paar.

Die Beziehung muss jedoch ziemlich schwierig gewesen sein. Denn Lady Mary fühlte sich von ihrer neuen Freundin ziemlich belagert. „Sie war sehr anhänglich", sagte sie den Essener Richtern im Verlaufe des Prozesses. Tatsächlich gibt es auch eine Reihe von Liebesbriefen, die diese These untermauern.

Unterwürfige Briefe

In den Schreiben soll die Mitgefangene der Domina aber nicht nur ihre Liebe gestanden haben. Offenbar ging sie noch viel, viel weiter: Sie bot sich der Dortmunderin offensiv als Sklavin an und zitierte dabei wörtlich große Teile des Liedes „Bitte bitte" der Berliner Band „Die Ärzte". Darin heißt es unter anderem: „Was immer du befiehlst, ich tu's. Ich küss die Spitze deines Schuhs. Und wenn du mir die Knute gibst, weiß ich, dass auch du mich liebst."

Am Tag darauf kam es dann in der Gefängniszelle von „Lady Mary" zu dem Vorfall, der Gegenstand des Verfahrens vor dem Essener Landgericht war. Mit einem Pfannenwender, den sie zuvor aus der Gefängnisküche mitgenommen hatte, schlug die Domina ihrer Partnerin auf das Gesäß. Später gab es auch sexuelle Handlungen.

Weinen als Teil des Spiels?

Von einer Vergewaltigung wollten die Essener Richter jedoch nicht sprechen. Denn: Die Dortmunderin konnte und musste nicht erkennen, dass ihre Freundin die Züchtigungen plötzlich nicht mehr wollte. Immerhin hatte sie sich offen ihrer „Herrin" unterworfen.

Die Lebensgefährtin hatte in ihrer Zeugenaussage tatsächlich eingeräumt, nicht ein einziges Mal „Aufhören!" gerufen zu haben. Sie habe zwar geweint und zweimal gesagt, dass sie Schmerzen habe, möglicherweise habe „Lady Mary" genau das jedoch als Teil des Sado-Maso-Spiels gewertet.

Im Zweifel für die Angeklagte

„Nach dem Grundsatz, dass im Zweifel zu Gunsten der Angeklagten zu urteilen ist, blieb in diesem Fall nur ein Freispruch übrig", sagte der Vorsitzende Richter in der Urteilsbegründung. Und die Dortmunder Domina vergoss derweil Tränen der Erleichterung.

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