Dogewo startet Kampagne: Zugestellte Treppenhäuser sind eine Gefahr

dzSicherheits-Kampagne

Treppenhäuser sind Fluchtwege und müssen frei bleiben – was allen klar sein sollte, ist laut Dogewo ein Problem. Jetzt geht das Dortmunder Wohnungsunternehmen dagegen vor.

von Juri Bürgin

Dortmund

, 26.11.2019, 11:03 Uhr / Lesedauer: 2 min

Es brennt, das Treppenhaus ist verraucht, zusätzlich stehen allerlei Dinge herum: Das kann gefährlich werden. Durch die eingeschränkte Sicht werden aus im Hausflur herumstehenden Schuhschränken oder Kinderwagen gefährliche Stolperfallen.

Diese können die Einsatzkräfte bei ihrer Arbeit behindern.

Tobias Schmolla zuständig für den vorbeugenden Brandschutz bei der Feuerwehr Dortmund, berichtet, dieses Hindernis sei in den letzten Monaten bei zwei Einsätzen aufgetreten: am 21. September und am 5. August. Im Februar hatten Gegenstände bei einem Brand an der Alsenstraße in der Dortmunder Nordstadt die Flucht von Bewohnern erschwert.

Mietern sollen die Gefahren aufgezeigt werden

Um den Brandschutz für ihre 16.200 Wohnungen zu verbessern, startet das Wohnungsunternehmen Dogewo jetzt die Kampagne „Freier Flur - für ihre Sicherheit!“. Das Unternehmen erhofft sich von der Aktion, vielen Mietern die Gefahren eines versperrten Hausflures aufzuzeigen, sagt Klaus Graniki Geschäftsführer von Dogewo.

Das Wohnungsunternehmen schreibt im eigenen Bewohner-Magazin über das Problem, hängt Flyer an jede Tür und hat ein kurzes Info-Video auf seiner Website veröffentlicht. In dem Clip zeigt ein freundlicher Mann in Feuerwehr-Uniform, was die Rettungskräfte im Flur alles behindern könnte.

Viele Mieter zählen den Flur zum erweiterten Wohnraum

Klaus Graniki sieht durch die Mieter verursachte Brandschutzlücken in vielen von Dogewo vermieteten Häusern: „Ein Teil unserer Mieter zählt den Hausflur und das Treppenhaus leider zum erweiterten Wohnraum. Bilder an den Wänden, Schuhschränke sowie diverse Kleinmöbel gehören oftmals zum gängigen Bild, das mit dem Brandschutz in einem Mehrfamilienhaus nicht vereinbar ist.“

Laut Dogewo zieht sich das Problem durch alle Stadtteile und Bevölkerungsschichten. Tobias Schmolla von der Feuerwehr sagt, das Treppenhaus sei als Fluchtweg extrem wichtig und meistens der erste Angriffspunkt für die Rettungskräfte.

Kostenpflichtige Entsorgung

In Zukunft soll es laut Dogewo häufiger Hausflur-Kontrollen durch den Hausmeister oder externe Firmen geben. Wenn Mieter weithin die Fluchtwege behindern, kann es nach Abmahnungen zur kostenpflichtigen Entsorgung ihrer Sachen durch das Wohnungsunternehmen kommen.

Klaus Graniki sagt: „Wir sind uns schon im Klaren darüber, dass wir damit nicht allen gefallen, doch bei der Sicherheit für unsere Häuser gehen wir keinen Kompromiss ein.“

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