Diebische Spendensammler: Frauenbande in Dortmund zu mehrjähriger Haftstrafe verurteilt

Betrug

Das Landgericht Dortmund hat eine vierköpfige Frauenbande verurteilt. In elf Fällen haben sie mit einer dreisten Masche vor allem ältere Männer beklaut. Der erbeutete Betrag ist enorm hoch.

von Johannes Bauer

Dortmund

, 04.12.2019, 16:02 Uhr / Lesedauer: 2 min
Diebische Spendensammler: Frauenbande in Dortmund zu mehrjähriger Haftstrafe verurteilt

Die Frauenbande hatte sich eine besonders dreiste Masche ausgedacht (Symbolbild). © picture alliance / Bernd Thissen

In Dortmund hat das Landgericht am vergangenen Mittwoch (27.11.) eine Frau zu einer mehrjährigen Haftstrafe verurteilt. Die 25-Jährige hat in Dortmund mit drei weiteren Frauen monatelang Raubüberfälle begangen. Ihr Ziel waren vor allem ältere Männer.

Zwischen März und Juni warteten die jungen Frauen in unterschiedlicher Besetzung auf Supermarktparkplätzen und belebten Einkaufsstraßen auf Passanten. Mit einem Klemmbrett in der Hand erzählten sie den potenziellen Opfern, dass sie Spenden für eine Hilfsorganisation sammeln würden.

Dreiste Masche

Dabei hatte es die Betrugsbande vor allem auf die hochwertigen Armbanduhren von älteren Männern abgesehen. Die bemerkten das Fehlen ihrer Uhr oft so spät, dass die Frauen in der Zwischenzeit unerkannt fliehen konnten. So erbeuteten sie Gegenstände im Wert von rund 75.000 Euro.

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Eine Ermittlungskommission der Dortmunder Polizei erkannte ein Muster in den Strafanzeigen, die sich zunächst gegen Unbekannt richteten. In Zusammenarbeit mit der Staatsanwaltschaft kam sie der Bande auf die Schliche und konnte ihr elf Taten nachweisen. Im Juni nahm die Polizei drei der vier Frauen fest.

Die 25-Jährige gilt als Kopf der Bande und wurde deshalb am 27. November zu einer Gefängnisstrafe von insgesamt sechs Jahren und neun Monaten verurteilt. Bereits vor einem Monat hatte das Landgericht Dortmund ihre Komplizinnen verurteilt.

Jüngstes Bandenmitglied noch auf der Flucht

Die 20 und 23 Jahre alten Frauen kamen glimpflicher davon und erhielten Haftstrafen von einem Jahr und zehn Monaten beziehungsweise einem Jahr und acht Monaten aufgebrummt. Das mit 18 Jahren jüngste Mitglied der Bande ist noch auf der Flucht und wird aktuell mit Haftbefehl gesucht.

Die Polizei Dortmund mahnt ausdrücklich zur Vorsicht: Bürger sollten nicht ohne weiteres Geld spenden und sich erst einen Ausweis zeigen lassen. Weiter empfiehlt die Polizei bei der jeweiligen Organisation nachzufragen, für die angeblich gesammelt wird.

Besondere Vorsicht sei zudem angebracht, wenn die Spendensammler sehr nahe kommen und gezielt Körperkontakt suchen. Wer Zweifel hat, soll unter Tel. 110 besser die Polizei rufen.

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