Die Vapiano-Kette ist zahlungsunfähig - trotzdem soll das Restaurant in Dortmund wieder öffnen

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Dass die Restaurantkette Vapiano womöglich Insolvenz anmelden will, ist für die Dortmunder Filiale anscheinend kein Problem. Dennoch wurde der Standort am Freitag (20.3.) geschlossen.

Dortmund

, 20.03.2020, 17:50 Uhr / Lesedauer: 2 min

Das Dortmunder Vapiano-Restaurant wird wieder eröffnen - da ist man sich in der Filiale am Freitag (20.3.) sicher. Doch erstmal ist das Restaurant der deutschen Gastronomiekette an der Silberstraße zu.

Das hat jedoch offenbar, so erzählt es ein leitender Mitarbeiter der Filiale, nichts mit der Insolvenz zu tun, die das Unternehmen Vapiano SE am Freitag bekannt gegeben hat. Die Umsatzeinbußen durch die Coronavirus-Maßnahmen hätte das ohnehin geschwächte Unternehmen nicht verkraftet, heißt es vonseiten des Finanzvorstands.

Das Dortmunder Restaurant wird jedoch nicht von Vapiano betrieben, sondern von Franchisepartnerin Sabine Koegel. Und Koegels Mitarbeiter vor Ort, der seinen Namen nicht nennen möchte, verrät am Freitag, dass das Restaurant zwar vorübergehend schließt - das jedoch nicht an der bevorstehenden Insolvenz liege.

Restaurant zog zu viele Menschengruppen an

Die Schließung hat - wenig überraschend - mit dem grassierenden Coronavirus und der diesbezüglich anhaltenden Entwicklung zu tun. Zwar dürfte die Filiale theoretisch bis 15 Uhr öffnen, so sieht es das Regelwerk der Stadt angesichts der Coronakrise vor. Wie der Mitarbeiter vor Ort erzählt, habe man sich jedoch entschieden, den Betrieb bis auf Weiteres komplett einzustellen.

„Die Leute versammeln sich immer noch zu viel“, sagt er. Das wolle man durch ein geöffnetes Restaurant nicht noch unterstützen. Gerade die zentrale Lage am Hansaplatz hätte immer noch viele Leute dazu animiert, sich in Gruppen im Restaurant zu treffen. Mit der Schließung wolle man neben den Kunden auch die Mitarbeiter schützen.

Eine Vapiano-Filiale schloss bereits 2019

Bis sich die Corona-Lage wieder beruhigt, soll das Restaurant also geschlossen bleiben. Danach soll der Betrieb jedoch wie gewohnt weitergehen. Der Mitarbeiter vor Ort sagt auch, dass es wohl keine Kündigungen geben wird.

Franchise-Partnerin Sabine Koegel selbst war am Freitag nicht erreichbar, um diese Informationen zu bestätigen.

Vor rund zehn Monaten hatte in Dortmund deutschlandweit die erste Vapiano-Filiale geschlossen. Der Standort an der Kleppingstraße sei nicht profitabel genug gewesen, wie Koegel damals gegenüber unserer Redaktion erklärte. Eine Weile wurde von der Filiale aus noch der Vapiano-Lieferdienst betrieben, im Herbst letzten Jahres eröffnete in den Räumen jedoch das türkisch-kurdische Restaurant bona´me.

In einer früheren Version dieses Artikels hieß es, das Unternehmen Vapiano SE habe bereits einen Insolvenzantrag gestellt. Dies ist jedoch nicht korrekt, derzeit werde laut dem Unternehmen noch geprüft, ob man einen entsprechenden Antrag demnächst stellen werde. Wir bitten, den Fehler zu entschuldigen.
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