„Die stehen auf der Straße!“ - Empörung im Netz nach Karstadt-Hammer

Innenstadt

Karstadt und Kaufhof sollen aus der Innenstadt verschwinden: Der Konzern kündigte die Schließung beider Häuser an. Die Dortmunder reagieren im Netz sehr emotional.

Dortmund

, 19.06.2020, 18:50 Uhr / Lesedauer: 2 min
Während der Hochzeit der Corona-Pandemie war Karstadt schon für einige Wochen geschlossen. Jetzt plant der Konzern dauerhaft 62 Filialen zu schließen – zwei davon in Dortmund.

Während der Hochzeit der Corona-Pandemie war Karstadt schon für einige Wochen geschlossen. Jetzt plant der Konzern dauerhaft 62 Filialen zu schließen – zwei davon in Dortmund. © picture alliance/dpa

Bundesweit werden 62 von 172 Karstadt und Kaufhof Filialen schließen, allein 18 Häuser davon in NRW. In Dortmund sollen sowohl das Karstadt-Haupthaus als auch Galeria Kaufhof geschlossen werden. Viele Dortmunder reagieren darauf empört.

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„Das könnte das Aus für die Dortmunder Innenstadt sein. Bitter.“, schreibt ein Facebook-User auf der Seite unserer Redaktion - und gibt damit die allgemein vorherrschende Meinung zu dem Schritt des Konzerns wieder. Der Weg, den Karstadt Kaufhof damit einschälägt, wird als „unglaublich“ und „absolut unverständlich“ bezeichnet.

Unverständlicher wirtschaftlicher Schritt

Vor allem wird eines deutlich: Unverständnis. „Und vor ein paar Monaten wird das Haupthaus noch für 8 Mio. renoviert? Das darf doch wohl nicht wahr sein!“

Ein weiterer User hinterfragt den wirtschaftlichen Grundgedanken. Er habe selbst dort gearbeitet und sieht Karstadt als das zentrale Geschäft in der City. „Hab selbst ‘ne Zeit dort gearbeitet und in der Region war es immer eins der umsatzstärksten Häuser. Das wäre ein krasser Verlust.“

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Dem stimmen aber längst nicht alle zu: „Die Wenigsten gehen wegen Karstadt und Kaufhof in die Innenstadt“, heißt es in den Facebook-Kommentaren. Dabei machen Vertreter dieser Haltung auf andere Probleme für die Zukunft der Dortmunder Innenstadt aufmerksam: „Problematisch sind nur die Leerstände. Da müssen kreative Lösungen gefunden werden. Großer Einzelhandel wird’s eher nicht mehr.“

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Einige machen sich währenddessen schon Gedanken, was in dem großen Gebäude folgen könnte: „Zusammen mit dem Mayersche-Gebäude hätten wir dann ja einigen großflächigen Leerstand. Mal gespannt, was sich die Stadt Dortmund einfallen lässt. Eine Markthalle á la Göteborg wäre ja mein Favorit.“

Unzumutbar für die Mitarbeiter

Wo sich alle einig zu sein scheinen, ist die Sorge um die Mitarbeiter. Es sei nach Corona schon schwer genug für viele. Aber jetzt noch eine komplette Schließung sei unzumutbar, beschwert sich eine Facebook-Userin.

Manche wünschen sich nun Engagement von der lokalen Politik: „Wo bleibt der Bürgermeister, der gesamte Rat? Von Achselzucken haben die Mitarbeiter nix davon. Die stehen auf der Straße!“

Anmerkung der Redaktion: Rechtschreibfehler in den Original-Zitaten haben wir für diesen Artikel korrigiert, um das Verständnis und die Lesbarkeit zu gewährleisten.

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